Wer braucht denn sowas? Vier Dinge, die du nicht auf eine Reise mitnehmen solltest

| Dies ist ein Gastbeitrag von Laura |

„Meine wichtigsten Travel-Essentials“, „Diese Dinge solltest du auf jeder Reise dabeihaben“, „Das gehört in einen richtig gepackten Koffer“. Artikel dieser Art findet man auf Reiseblogs und in Zeitschriften zur Genüge. Worüber niemand spricht: Es gibt auch Dinge, die einem den ganzen Urlaub vermiesen können, wenn man sie dabei hat. Damit Dir das nicht passiert habe ich hier eine Liste der Dinge zusammengestellt, die Du auf keinen Fall mit auf Reisen nehmen solltest.

 

1. FITNESSTRACKER

 

So hilfreich die diversen Fitnessuhren und -armbänder im Alltag auch sind, im Urlaub können sie Dir gehörig den Spaß verderben. Sicherlich ist es wichtig, nach acht Stunden am Schreibtisch daran erinnert zu werden, dass man sich die Beine vertreten sollte.

Aber will man im Urlaub wirklich wissen, ob man das Tagesziel in Sachen Schritte erreicht hat, bevor man sich ein Eis gönnt? Und will man wirklich an die allmorgendlicheYogasession erinnert werden, wenn man noch im Hotelbett herumfläzt und gerade überlegt, ob man das Frühstück über den Zimmerservice bestellen möchte?

Klar, ein Fitnesstracker kann im Urlaub auch motivierend wirken. Er vibriert sicherlich vor Freude, wenn man eine Aztekenpyramide besteigt oder im Meer herumplantscht, aber er schreibt einem eben auch vor, was gut und was weniger gut ist.

Ein Urlaub ist doch aber eigentlich genau diese Abwesenheit von Vorschriften und Pflichten. Nur das zu tun, worauf man Lust hat, ist eine echte Herausforderung. Im Urlaub kann man lernen, hinzuhören und herauszufinden, was das ist. Diese Verbindung zum eigenen Körper, zum eigenen Denken kann keine Fitnessuhr der Welt herstellen. Zu dieser Achtsamkeit findet man nur allein, aber es lohnt sich. Genau so wie der Zimmerservice.

 

2. GLÄTTEISEN / LOCKENSTAB

 

Wie man so schön sagt: Ain’t nobody got time for that. Denn, wer will im Urlaub schon morgens eine halbe Stunde mit seinen Haaren verbringen, wenn man stattdessen etwas entdecken und erleben kann?

Sicher, ein paar instagramtaugliche Fotos aus dem Urlaub können heute buchstäblich Gold wert sein, aber was ist schon instagramtauglich? Ein gelöstes Lachen, vom Wind zerzauste Haare und Sommersprossen sind mindestens genau so schön wie eine komplizierte Hochsteckfrisur.

Vor allem aber sind sie deutlich leichter zu transportieren als die für die Hochsteckfrisur notwendigen Utensilien. Nicht nur, dass Styling- und Pflegeprodukte am Flughafen Übergepäck bedeuten können, bei Handgepäckskontrollen können sie auch noch Ärger auslösen.

Photo by Yoann Boyer on Unsplash

 

Die Devise sollte deshalb heißen: Weniger ist mehr. Bei einem Strandurlaub ist in Sachen Haarstyling sowieso Hopfen und Malz verloren. Gleiches gilt für Ski- oder Wanderurlaube, wo Mützen und Hüte die Haare platt drücken. Und bei einem Städtetrip braucht man jeden Zentimeter Kofferraum für Shoppingfunde und Blasenpflaster. Kurz: Es gibt wichtigeres (womit wir wieder bei besagtem Lachen wären).

 

3. ARBEIT

 

Die wohl sicherste Art, sich einen Urlaub vollständig zu ruinieren ist, Arbeit mitzunehmen. Sicherlich könnte man am Strand ein Buch für die Uni lesen oder abends noch kurz ein paar Mails beantworten. Man könnte (und sollte) es aber vielleicht auch besser lassen.

Denn wenn man dann am Strand nicht liest, weil man möchte, sondern weil man muss und wenn man beim Abendessen immer noch in Gedanken bei dieser einen ärgerlichen Mail hängt, dann ist der Urlaub schon nur noch halb so schön. Mit einem Fuß bleibt man so immer im Alltag verhaftet und kann sich nicht wirklich von der Welt der Pflichten und Aufgaben lösen.

Im schlimmsten Fall hängt man den ganzen Urlaub schon den Dingen nach, die man danach erledigen muss. Aber gerade wenn man viel Arbeit hat, sollte man jeden Urlaubstag wirklich voll und ganz genießen. Nur so kann man wirklich  Kraft tanken für den Alltag danach.

Außerdem: Auch Arbeit kann einiges wiegen und so nicht nur die Psyche, sondern auch das Gepäck unnötig beschweren. Und es reist sich einfach besser mit leichtem Gepäck.

Photo by Artem Bali on Unsplash

 

4. DEINEN KOMPLETTEN GELDBEUTEL

 

Natürlich sollte man nicht mit negativen Gedanken in den Urlaub starten, trotzdem schadet es auch nicht, ein bisschen vorzusorgen. Dazu gehört, den Geldbeutel gründlich auszudünnen. Natürlich nicht finanziell (im Urlaub möchte man schließlich nicht sparen), sondern in Sachen Unterlagen und Karten.

Für den unwahrscheinlichen, aber eben doch nicht auszuschließenden Fall, dass man im Urlaub den Geldbeutel verliert oder er – Gott bewahre – gestohlen wird, ist es besser, nicht gleich alles zu verlieren. Es reicht, wenn man sich im Ausland mit der Beantragung eines neuen Ausweises beschäftigen muss. Da muss man nicht noch gleich sämtliche Mitgliedskarten von Fitnessstudio bis Bibliothek verlieren. Auch Payback- und sonstige Rabattkarten kann man Zuhause lassen oder sogar verleihen.

Um noch entspannter mit einem eventuellen Verlust umgehen zu können, kann man von allen Ausweisen und Führerscheinen Kopien im Koffer aufbewahren, damit man im Zweifelsfall nicht völlig dokumentenlos dasteht. So erspart man sich jede Menge Stress und kann sich um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens kümmern. Den Strand zum Beispiel und natürlich den Zimmerservice.

 

Beitragsphoto: Annie Spratt on Unsplash

 


Ich bin Laura Hobby-Bloggerin auf www.bockmist.org und Journalistin in Ausbildung an der Axel Springer Akademie. Dort schreibe ich vor allem für das arte Magazin. Immer versuche ich über meine Leiden und – schaften zu schreiben – vom Deutschrap bis zur neusten Netflix-Sünde. Auf www.bockmist.org setze ich mich vor allem mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander. Aber auch das Thema Sport findet gelegentlich seinen Weg auf den Blog. Ich boxe und bouldere, probiere immer wieder gerne neue Sportarten aus und schreibe darüber. Das Joggen ist bei aller Freude am Neuen immer mein treuer Begleiter geblieben – als Ausgleich zum Alltagsstress, als eine Art Gehmeditation, bei der ich Kraft tanke und in die Natur gehe.

 

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