Lass los. Eine Plädoyer für mehr Freiheit. 

| Dies ist ein Gastbeitrag von Ute von Fräulein Franz |

Alte Gewohnheiten loslassen. Beziehungen loslassen. Ängste und Zweifel loslassen. Materielles loslassen. Ohne dass ich es ahnte, ließ ich los, um mehr und mehr bei mir anzukommen. 

Wenn Du mich vor knapp 3 Jahren kennen gelernt hättest, dann könntest Du nicht ganz glauben, dass mein 3 Jahre jüngeres Ich und mein heutiges Ich, die ein und dieselbe Person sind. Vor 3 Jahren war mein Leben bestimmt von einem überfüllten Terminplan, wenig Zeit für mich und viel Zeit für andere, Parties, tägliche Verabredungen, sehr viel Arbeit, unbewusste Ernährung und so gut wie kein Sport. Meditation, Yoga, Ruhe zum Lesen – das waren damals Fremdwörter für mich.

Dass das nicht auf Dauer gut gehen konnte, war mir irgendwie selbst klar, aber darauf gehört hab ich nicht. Im Gegenteil, ich hab fröhlich so weiter gemacht. 

Bis mich meine Gesundheit in die Knie gezwungen hat und sich schlichtweg was ändern musste. Damals hieß es, ich solle jetzt Dinge tun, die mir Freude bringen und die mir Spaß machen. Aber woher sollte ich wissen, was das ist, wenn mein Leben bisher geprägt war von Schlafen, Essen, Arbeiten und einigen Verabredungen. Ich hatte doch keine Ahnung.

 

ALTE GEWOHNHEITEN LOSLASSEN

 

Anstatt vor dem Fernseher zu versauern ging ich raus. Manchmal ging ich spazieren so ganz ohne Ziel, manchmal mit der Kamera. Frische Luft, Sonnenlicht – das tat und tut mir heute noch extrem gut. 

Ich hörte auf Nachrichten zu gucken, zu lesen und zu hören, denn dieser Weltschmerz machte mich fertig. Und verpasste ich etwas? Nein, denn alle wichtigen Nachrichten erreichen Dich sowieso. Du bist doch ignorant, magst Du vielleicht meinen. Nein, im Gegenteil, ich sehe nicht mehr nur zu, sondern versuche (in kleinen Schritten) selbst gegen diese Dramen auf dieser Welt etwas zu tun. Dass ich damit alleine die Welt nicht retten kann ist klar, aber wenn es alle so machen – stell’ Dir mal vor. 

Ich schaute mir meine Essgewohnheiten ganz genau an, um festzustellen, dass ich ein Stress- und Frust-Esser war. Hier mal Schoki, da mal abends ein Glas Wein (weil ich das jetzt brauch, um mich nach diesem anstrengenden Tag zu belohnen). Mehr Gemüse, mehr Obst, weniger Zucker und mehr Bewusstsein gehörten ab sofort zu meinen neuen Essgewohnheiten. Und ich merkte wie viel leichter es sich anfühlte und wie viel mehr Energie auf einmal da war. 

Photo: Nitish Meena

BEZIEHUNGEN LOSLASSEN

 

In mir entwickelte sich – im Prozess des Loslassen – auch eine Klarheit dafür, welche Beziehungen zu Menschen mir gut taten, beidseitig eine überaus große Bereicherung und welche regelrechte Energievampire für mich waren. Ich nahm Abstand von jenen. Denn ich fing auch wirklich an zu verstehen wie kostbar Zeit für mich war. Der Terminplaner war auf einmal leerer, und ich fühlte diese plötzliche größere Freiheit für mich. 

Seither plane ich meist sonntags oder montags meine Woche. Ich prüfe, ob die Woche nicht bereits zu voll mit Terminen ist. Halte mir Blöcke frei, die auch frei bleiben und erlaube mir natürlich auch etwas Raum für Flexibilität. Das hilft mir ausreichend Zeit für mich, meine Familie und meine Freunde zu haben. 

Photo: Jazmin Quaynor

MATERIELLES LOSLASSEN

 

Nachdem ich das dritte Mal bei der Altkleider-Sammlung war, wurde es mir erst bewusst wie viel alten Kram ich zuhause im Schrank oder im Keller hortete. Das zieh ich sicher nochmal an oder das nutze ich als Motivation zum Abnehmen, wenn ich wieder reinpasse. Es vergingen Monate, Jahre und ich zog es noch immer nicht an. Also höchste Zeit für Tabula Rasa. Meine Lieblingsteile blieben im Schrank. Alles, was noch nie oder länger als ein Jahr nicht mehr getragen wurde, kam raus. Ich ging auf den Flohmarkt und sah wie ich andere noch mit meinen Sachen glücklich machen konnte, gleichzeitig besserte ich meine Reisekasse auf. Und alles andere gab ich für gute Zwecke ab. Fehlte mir danach etwas? Nein. Vielmehr merkte ich beim Ausmisten wie sehr ich einfach nur gekauft hatte, weil es eine Belohnung war, weil es gerade Mode war, einfach weil es mir gefiel. Für mich lief all dies sehr unbewusst ab. 

Heute kauf ich, wenn ich wirklich etwas brauche oder Sachen kaputt gehen. Klamotten sind hier nur mein Beispiel, aber bei Dir kann es natürlich auch was anderes sein. 

Photo: Christian Fregnan

ÄNGSTE UND ZWEIFEL LOSLASSEN

 

Ängste und Zweifel loslassen. Kein einfaches Thema und ich bin mir bis heute auch nicht sicher, ob wir diese überhaupt loslassen müssen oder nicht viel eher akzeptieren, dass sie da sind und mit prüfenden Blickes das herausziehen, was wir dadurch lernen können. 

Ich zweifle oft daran, ob ich genug bin. Eigentlich (so ein Unwort) weiß ich selbst, dass ich mehr als genug bin. Und doch spuken Geister in meinem Bewusstsein, die mir das Gegenteil weiß machen wollen. Heute hab ich mich mit ihnen befreundet, denn sie lassen mich persönlich wachsen, vor allem, wenn ich die Dinge einfach tue und ich sehe, dass alles gut oder sogar besser als gedacht ist.

So habe ich monatelang gezweifelt, ob ich wohl schon bereit für eine Yogalehrer-Ausbildung bin. Dabei mach ich doch erst seit kurzem Yoga, ich bin doch noch gar nicht fortgeschritten wie die anderen. Es hat ein wenig Zeit gebraucht, um in mir zu arbeiten und dann hab ich es getan. Heute bin ich dankbar drum, weil es genau richtig war.  

Photo: Nordwood Themes

LOSLASSEN BEFREIT

 

Mich hat das Loslassen von altem Ballast befreit. Mir gezeigt wie viel bewusster ich die Zeit und mein Leben wahrnehmen und nutzen kann. Und durch das Loslassen jener Dinge, die mir persönlich nicht gut taten, kamen andere wundervolle Geschenke in mein Leben. Eine lange Reise, Yoga, Meditation, ein besseres Körpergefühl, mehr Mut und so vieles mehr. 

Und jetzt lasse ich los von diesem Text, damit Du Dir Zeit nehmen kannst, zu prüfen, was Dir nicht gut tut und du gerne loslassen möchtest. 

Habe einen wundervollen Tag ❤️

 

Huhu! Mein Name ist Ute. Ich bin Reisende und auf dieser Welt zuhause – mal hier, mal da. Ich bin freischaffend als Bloggerin und Yogalehrerin unterwegs. Mutig und mutmachend gehe ich neugierig durch diese Welt und erzähle Dir davon auf meinem Blog Fräulein Franz. Außerdem bin ich verrückt nach Fotografie, Flat White, Yoga, Meditation und Good Vibes. Schau einfach vorbei und lass dem Fräulein Franz ein „Hiya“ da. 

 

 

Beitragsbild: Alex Ronsdorf

 

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