Zuhause in Thailand – Die muslimische Community in Phang Nga

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Es ist mein viertes Mal in Thailand und jedes Mal entdecke ich eine neue Seite des Landes. Atemberaubende Nationalparks und wilde Elefanten auf einem Road Trip von Bangkok nach Krabi, Local-Tourismus vom Feinsten im Osten des Landes und die Digitale Nomaden Szene in Chiang Mai.

Dieses Mal sollte ich ein weiteres Gesicht Thailands kennenlernen, mit dem ich vorher noch nie in Berührung gekommen bin: die muslimische Community in der Region von Phang Nga, die direkt über Phuket liegt, einem Ort in Thailand, an dem sich die Geister scheiden.

 

Die Auswirkungen der Tsunami-Katastrophe

 

Phang Nga wird Dir vermutlich im Zusammenhang mit dem Tsunami 2004 bekannt sein, der die Küste schwer verwüstet und unzählige Menschenleben gekostet hatte. Es ist beeindruckend wie das Land in jenen schweren Zeiten zusammengehalten hat und vielerlei Hilfsorganisationen für den Wiederaufbau und zur Trauma-Bewältigung der Betroffenen eingerichtet wurden, die auch heute noch umfassende Arbeit leisten.

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Andaman Discoveries (früher: North Andaman Tsunami Relief) war eine der ersten Initiativen, die besonders in den kleinen muslimischen Gemeinden aktiv war. Viele Frauen hatten ihre Ehemänner verloren, da sie während der Naturkatastrophe ihrer Arbeit als Fischer nachgingen. Die Frauen hatten damit nicht nur ihre Männer, sondern auch ihre Lebensgrundlage verloren, da diese maßgeblich für das Einkommen der Familie verantwortlich waren.

Mit Hilfe von Andaman Discoveries erlernten viele Familien neues Handwerk und neue Wege, um zu überleben und neuen Mut zu fassen. Daraus hat sich im Laufe der Zeit auch die Idee entwickelt, Gäste in die kleinen Communities einzuladen und ihnen einen Einblick in das Leben vor Ort zu geben.

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Lerne das Herz Thailands kennen: Homestays

 

Auch das kleine, muslimische Küstendorf Ban Talae Nok wurde vom Tsunami zur Hälfte zerstört. Ich hatte die Möglichkeit mit Andaman Discoveries dort zwei Nächte bei einer einheimischen Familie unterzukommen und ich war überwältigt von der Herzlichkeit und Offenheit, die mir meine Gastmutter Arshah, ihre kleine Tochter Nada und die anderen Anwohner entgegenbrachten.

Arshah ist in meinem Alter und es fasziniert mich jedes Mal aufs Neue Gleichaltrige kennen zu lernen, deren Leben nicht unterschiedlicher zu meinem sein könnten. Und obwohl man zwei komplett verschiedene Leben lebt und in einem anderen Kulturkreis aufgewachsen ist, kann es doch direkt „Klick“ machen. Man versteht sich – auf Englisch, Thai, mit Händen und Füßen, mit einem, nein – unzähligen Lachen.

Ich habe gelernt, wie sie in den ersten Jahren nach dem Unglück Seifen herstellten und Textilien batikten, um sich über Wasser zu halten. Ich habe gelernt, wie man mit nur wenigen Zutaten und Handgriffen die leckersten thailändischen Gerichte und Süßigkeiten herstellt und frische Cashews bei Mondschein im Feuer röstet. Ich habe auf ein Neues gelernt, mit wie wenig man zurecht kommt und trotz einer bitteren Vergangenheit eine Seligkeit ausstrahlen kann, die jedes Herz erwärmt.

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Ein Stück Herz

 

Der Abschied von meiner kleinen Familie auf Zeit gab mir zu Denken. Ich kehrte in dieses Leben zurück, in das ich hineingeboren wurde und das ich mir irgendwie selbst zusammengeschustert hatte, mit dem Bewusstsein, dass dort drüben in Thailand ein junges Mädchen in einem winzigen Dorf aufwachsen würde, das wohl niemals die Chancen haben würde, die ich als Kind hatte.

Doch hoffe ich innig, dass sie durch alle Gäste, die sie besuchen und auch durch mich, einen Einblick in die Welt erhält und den Mut und die Zuversicht bekommt, ihren Weg zu gehen. Welcher auch immer es sein wird und vielleicht, vielleicht wird sie auch eines Tages losziehen können, um andere Orte und Länder zu erkunden.

An vielen Orten dieser Welt habe ich bereits ein Stück Herz verloren – oder auch: gewonnen. Ban Talae Nok ist definitiv einer von ihnen und ich wünsche mir für Nada, aber auch für Dich, dass Du solche erfüllenden Erfahrungen machen kannst.

„Travel sparks our imagination, feeds our curiosity and reminds us how much we all have in common.“

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Disclaimer: Der Besuch in Ban Talae Nok in Thailand wurde von Andaman Discoveries, Green Pearls und Thailand Tourismus organisiert, mit freundlicher Unterstützung von Thai Airways. Alle meine Ansichten und Meinungen sind unbeeinflusst von der Einladung.

Comments(3)

  • 20. Juni 2017, 10:10  Antworten

    Vielen Dank für diesen wunderschönen Bericht-ich finde, du hast das sehr zauberhaft beschrieben und die Bilder sind genial! Das ist einer der Aspekte, die beim Reisen so liebe: man lernt andere Kulturen kennen, schätzt das eigene Leben plötzlich wieder viel mehr und öffnet sich für neue Sichtweisen.
    Liebe Grüsse
    Ariana

  • 20. Juni 2017, 21:11  Antworten

    Ich liebe es mit Einheimischen in Kontakt zu treten. Schön das es dieses Projekt gibt!

  • 1. Juli 2017, 12:03  Antworten

    Sehr schöner Artikel! Danke dafür <3

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