Dublin und Umgebung: Die Wicklow Mountains Tour

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Warst Du auf Deinen Reisen schon mal auf einer Tour? Als überzeugte Individual-Reisende waren mir Touren immer zuwider. Eine wahllos zusammengewürfelte Menschen-Konstellation wird von einem müffeligen Bus von Ort zu Ort kutschiert, die Scheiben beschlagen, die Leute bleiben lieber für sich. In Dublin habe ich meine Vorurteile über Bord geworfen und wagte mich auf eine Wicklow Mountains Tages-Tour. Die Scheiben beschlugen aber trotzdem, so viel zu Vorurteilen.

Der Start

Eins vorweg – Ich bin alleine auf diese Tour gegangen, ich kannte niemanden und habe wahrscheinlich jeden einzelnen Mitfahrer (einschließlich mich selbst) mit meiner Husterei genervt, die ich durch den (wegen den beschlagenen Scheiben) kampf-klimatisierten Bus bekommen habe. Beste Voraussetzungen also, um neue Freunde zu machen.

Zwar hatte ich von den Wicklow Mountains vorher noch nie etwas gehört und konnte Jameson bisher immer erfolgreich vermeiden, doch mir wurde schnell klar, dass Denis, unser Guide das heute mit Sicherheit ändern würde. Bei seinem breiten irischen Akzent habe ich zwar nur die Hälfte (oder weniger) verstanden, aber die Mini-Stadtführung durch Dublin war ein heiterer Auftakt der Tagestour und hat zwar nicht das triste Wetter, aber zumindest mein Gemüt etwas aufgehellt. Kannst Du mir sagen, wo man den „Stiletto in the Ghetto“ findet?

Sandy Cove Beach

Auf dem Weg in die Wicklow Mountains ging es erst einmal Richtung Süden, wo wir an dem überschaulichen Sandy Cove Beach hielten. Das Besondere an diesem kleinen Strand, der eigentlich gar kein Strand ist: Die Einheimischen gehen hier jeden Tag im Jahr baden. Und Denis erzählte ganz stolz, dass er letztes Jahr an Weihnachten auch hier schwimmen war. Tatsächlich konnte man in der kleinen Bucht einige Menschen im Wasser umherpaddeln sehen – Meinen Respekt haben sie!

Sally Gap Circle

Eine holprige und neblige Fahrt durchs Niemandsland weiter machten wir eine kurze Pause auf dem Sally Gap Circle. Widerwillig begaben wir uns in den Nieselregen, um zu einer kleinen Brücke vorzulaufen. Hier wurde uns erzählt, dass das DIE P.S. I Love You Brücke sei. Da ich leider keine Ahnung hatte, was das ist interessierte mich der Fakt, dass auf diesen Torffelden Braveheart gedreht worden ist viel mehr. Vermutlich hat jeder Ire in dem Film als Statist mitgewirkt und Denis meinte, man konnte sich den Film damals im Kino nicht in Ruhe anschauen, da alle zwei Minuten jemand aufgeregt flüsterte „Hey, da bin ich! Siehst Du mich?“.

Glendalough

Als wir in Glendalough ankamen hats dann richtig angefangen zu schütten. Vorausschauenderweise war der Bauch des Busses mit überdimensionalen, robusten Regenschirmen ausgestattet. Ich lehnte dankend ab, hatte ich doch meinen gelben DM-Faltschirm dabei. Im Falle des Falles– entscheide Dich lieber für den angebotenen Schirm! Meiner war nach der Wanderung durch die Ruinen der alten Klostersiedlung und dem Marsch zum See ziemlich hinüber.

Jameson

Zur Ankunft am See und zum Ende der Tour gab es wie versprochen ein Gläschen Jameson für alle. Nach einem erfolgreichen Gruppenfoto vor dem See, der mich stark an die Seen in den kanadischen Rockies erinnerte (was mich etwas wehmütig machte), hieß es „Slàinte!“ und das große Nippen begann. Denn Jameson kippt man nicht. Ich nippte mich mutig voran, entleerte aber 3/4 meines Kurzen dezent in den See. Entschuldige, Irland!

Wicklow Mountains Tour Ireland mit Wild Wicklow

Fazit

Trotz hust-bedingter Startschwierigkeiten und mauem Wetter hat mich dieser Trip überzeugt. Ich habe ein fantastisches Mädchen getroffen, das meine Liebe zu Videos & stationery teilt ( Hej Liz! ) und war überwältigt von den vielen ulkig verpackten Informationen, die ich so aufschnappen konnte (und zum Glück teilweise auch hängen geblieben sind).
Touren scheinen also ab und an doch etwas Positives zu haben. Das ganze Insider-Wissen kriegt man im besten Reiseführer nicht annähernd so lebendig und eingängig vermittelt, deswegen werde ich in Zukunft meine Lonely Rider Allüren von Zeit zu Zeit über den Haufen werfen und mich wieder an Bord einer Tour begeben.

Was sagst Du zu Touren? Bist Du wie ich lieber alleine unterwegs oder magst Du geführte Touren ganz gern?

 ∼

Danke an unseren Guide Denis für diesen bezaubernden Tag!

Dieser Artikel entstand nach einer Einladung von Wild Wicklow im Rahmen der TBEX. Die Einladung beeinflusst meinen Beitrag in keinster Weise und Du darfst immer von meiner ehrlichen Meinung ausgehen.

Comments(1)

  • 12. Mai 2014, 19:36  Antworten

    Ich bin auch kein Freund von Touren, aber habe mir 2 Stück „angetan“ eine durch das Studenten-Erasmus-Netzwerk und eines durch einen Reiseanbeiter in Dublin. Letzteres führte mich ebenso in die Wicklow Mountains und ich konnte mich zu 90% wiedererkennen. Ich habe kaum was verstanden durch den irischen Akzent und die ausgelassenen Brasilianer im Bus hinten, ich konnte mit der PS: Ich liebe dich – Brücke ebenso nichts anfangen, es schüttete den ganzen Tag wie aus Eimern. Wir bekamen keine Regenschirme und meine Jacke lieferte Höchstleistungen und natürlich waren die Scheiben beschlagen, wogegen auch die Kampfklimatisierung nicht half.
    Am Ende bekamen wir auch einen Schnaps, aber ich glaube nicht, dass das Whiskey war.
    Cool, dass es im Oktober wie im März ist. :-)

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