Weniger arbeiten und mehr erreichen oder „was mache ich eigentlich die ganze Zeit“?

Seitdem ich selbstständig bin, läuft meine Zeitrechnung irgendwie anders. Morgens nehme ich mir sehr viel mehr Zeit für mich: ich schreibe Morgenseiten, meditiere, gehe Laufen, mache Bodyweight-Training oder Yoga. Erst dann startet der Arbeitstag, der gut und gerne bis in die späten Abend- und Nachstunden reinragen kann.

Ich nehme mir sehr viel Zeit zum Kochen, zum Lesen und zum Hören von fachspezifischen Podcasts und Hörbüchern. Weiterbildung on the go und Entspannung zur gleichen Zeit.

Auf Reisen sieht meine Selbstständigkeit jedoch ein wenig anders aus.

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Seitdem ich im Januar losgezogen bin, habe ich gefühlt sehr viel weniger als zuvor gearbeitet. Doch irgendwie habe ich dafür sehr viel mehr auf die Reihe gekriegt.

Mein Youtube Kanal beginnt endlich erwachsen zu werden und zusammen mit meiner Bloggerkollegin Mandy habe ich mein erstes E-Book für Laufeinsteiger GET READY TO RUN rausgebracht.

Es geht gut vorwärts, obwohl oder vielleicht gerade weil ich keiner festen Arbeitsroutine in meinem Alltag folge. Doch warum ist das so und welche Faktoren sind dafür, meiner Meinung nach, entscheidend?

Eine Aufstellung

Die Routine durchbrechen

  • Vanlife: Statt Wohnung ist mein Westfalia Van nun mein Zuhause. Dieser könnte per se grundsätzlich eine stabile Variable in meinem Leben sein. Wären da nicht die Pannen.
  • Always on the run: Statt festem Standort, bin ich jede Woche an einem oder mehr neuen Orten.
  • Kundenwahl: Statt einem großen Kunden, für den ich mehrere Wochen arbeite, habe ich nun kleinere Kunden, für die ich meist kürzere, kreativere Aufträge erledige, die mich mehr erfüllen.
  • Social I: Statt sich immer mit den gleichen Leuten zu treffen, trifft man unterwegs auf so viele unterschiedliche Menschen, die man unter „normalen“ Zuständen wohl nie kennengelernt hätte und die einem den Blick aufs Leben aus einer anderen Perspektive ermöglichen.

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Mehr Zeit für das echte Leben

  • Blog-Organisation: Statt Blogbeiträge immer am Tag davor zu schreiben, schreibe ich sie nun häufig für mehrere Wochen vor (Ausnahmen bestätigen die Regel, wie heute zum Beispiel ;) ).
  • Stromsparmodus: Statt den ganzen Tag vorm Computer zu kleben, setze ich mich 1-2 mal am Tag gezielt vor den Rechner, um zu arbeiten. Damit spare ich Akku (da Strom gerade im Transit sehr begrenzt ist) und arbeite effizienter.
  • Internet: Statt 24/7 online zu sein/sein zu können, habe ich eine limitierte Zeit im Netz und an Bandbreite (gerade, wenn ich das mobile Internet benutze), d.h. kein stundenlanges Facebook und Youtube Rumgeplänkel.
  • Social II: Statt mich viel mit meinen Freundin über Facebook ect. auszutauschen, schreibe ich mittlerweile lieber Emails. Emails von Freunden kriegen ist für mich ein wenig wie Überraschungspakete bekommen geworden: man weiß nicht, was drinsteckt, aber man freut sich so oder so!

Diese ganzen Faktoren werden jeden Tag aufs neue wild durcheinandergewürfelt und zu verschieden großen Anteilen in den Tagesablauf integriert. Der einzige stabile Bestandteil dabei ist meine Morgenroutine: Morgenseiten schreiben, Meditieren, 3-4x die Woche Sport und ein gutes Frühstück.

Wie könnten solche Tage zum Beispiel aussehen?

* Privat bedeutet alles von Organisation, Essen, Lesen bis hin zu Ausflügen zu Machu Picchu.

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Oder der Pannen-Tag

…wenn der Van mal wieder eine Panne hat und ich deswegen in einer Unterkunft mit stabilem Internet unterkomme, kann das zum Beispiel so aussehen:

Was mache ich also tagein tagaus hier auf meiner Tour?

Vor allem eins: weniger arbeiten.

Und das, zusammen mit den vielen neuen Eindrücken und dem Mehr an Zeit, was ich für mein Privatleben habe, tut mir und meinem Business unglaublich gut.

Deswegen meine Top-Tipps, um effizienter zu arbeiten und mehr vom Leben zu haben:

(egal ob Du selbstständig oder festangestellt bist)

1. Schränke Deine Zeit im Internet ein
Zur Not mit Apps wie Self Control, die für eine bestimmte Zeit Deine Internetverbindung blockt.

2. Weg vom Computer
Ob auf der Arbeit regelmäßig eine Runde die Beine vertreten oder als Selbstständiger sich konkrete Computer-Zeiten festlegen – je mehr Zeit Du weg von dem Ding bist, desto effizienter wirst Du die Zeit davor nutzen.

3. Mache regelmäßig Sport
Beginne mit dem Laufen, mit Kraftsport oder Yoga, um Dir Ziele, unabhängig von Job und Geld, zu setzen und den Kopf freizukriegen. Die besten Ideen sind mir bisher immer beim Laufen gekommen.

4. Lies viel oder höre Hörbücher
Aber bitte auch mal fachfremde Literatur. Neuer intellektueller Input, fernab vom Job, regt kreatives Denken an und bringt Dich damit auch im Job weiter. Probier’s mit dem einmonatigen Probe-Abo von Audible aus.

5. Weniger Social Media, mehr echte soziale Kontakte
Seien es Emails statt Kurznachrichten oder sich mit Freunden zum Sport oder Kochen treffen (und das Handy mal einen Abend lang in der Tasche lassen). Es wird Dir gut tun, sehr sogar.

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Was meinst Du?

Alles Humbug, was ich da quatsche oder könnte doch ein Fünkchen Wahrheit dran sein?

Wie wär’s, wenn Du es eine Woche lang mal ausprobierst. Quasi als Experiment.

Benutze Toggl (kostenfreies Zeiterfassungstool als App oder online), um erst einmal für ein paar Tage die Stunden zu tracken, die Du täglich am Computer verbringst, für Sport aufbringst und mit Freunden. Und dann versuche es eine Woche mit meinen Tipps aus und erfasse ebenfalls die Stunden.

Am Ende der Woche ziehst Du dann das Fazit anhand dieser zwei Fragen:
– Was hast Du erreicht?
– Und wie fühlst Du Dich?

Diese zwei Fragen stehen in unmittelbaren Zusammenhang. Wenn Du Dich wohl in Deinem Körper fühlst (Sport) und es Dir gut geht (soziale Kontakte und Entspannung), ist Dein Kopf und Dein Körper viel eher dazu in der Lage konzentriert zu arbeiten und letztlich Deine Ziele zu erreichen.

Probier’s aus!

Ich freue mich auf Dein Fazit in den Kommentaren!

Hast Du vielleicht noch weitere Tipps?
Wenn ja, gerne her damit :)

 

Comments(13)

  • Jana
    6. Oktober 2015, 15:30  Antworten

    Könntest du dir vorstellen, mal etwas über deine Morgenroutine zu schreiben? Mich würde wahnsinnig interessieren, was es mit den Morgenseiten auf sich hat und etwas über Meditation zu erfahren. Nutzt du dafür eine App, Youtube oder ähnliches?
    Mach weiter so, dein Blog und deine Videos sind eine tolle Inspiration!!

    Liebe Grüße
    Jana

    • Carina
      9. Oktober 2015, 19:07

      Klar, das kann ich sehr gerne machen!
      Ich nutze seit über einen Jahr die Meditations-App Headspace. Liebevoll gestaltet und sehr hilfreich! Kannst sie Dir ja mal anschauen.
      Danke für die lieben Worte :)

  • 6. Oktober 2015, 16:30  Antworten

    Ja, die Zeit im Internet. Da sagst du was. Da stecke ich leider wirklich sehr, sehr tief drin! :D

    • Carina
      9. Oktober 2015, 19:08

      Probiers wirklich mal mit der SelfControl App! Die wirkt wahre Wunder!

  • 6. Oktober 2015, 17:19  Antworten

    Hi Carina,

    witzig, darüber habe ich mich auch gerade in einem neuen Blogartikel ausgelassen und schon ein paar Stellschrauben gedreht (u.a. Self-Control.)
    Und weil ich letztes Jahr auf meiner Bulli-Tour ebenso die Erfahrung gemacht habe, dass mir das Arbeiten unterwegs gut von der Hand geht, werf ich jetzt den Motor nochmal an und düse nach Spanien.

    Danke auf alle Fälle für den klasse Artikel, mach ich ein paar fette Ausrufezeichen dahinter :)

    Liebe Grüße

    Mischa

    • Carina
      9. Oktober 2015, 19:14

      Lieber Mischa,
      ich habe gerade Deinen Artikel gelesen (die VW Bus Therapie, den meintest Du doch, oder?) – sensationell! Kann ich komplett so unterschreiben und allein der Titel ist schon klasse ;)
      Viel Spaß beim neuen VW-Abenteuer!!

      >> Für alle, die den Artikel auch lesen möchten, hier entlang: http://www.adios-angst.de/die-vw-bus-therapie/

  • Jondy
    7. Oktober 2015, 12:29  Antworten

    Hey :)
    Was sind denn Morgenseiten?

  • 7. Oktober 2015, 13:17  Antworten

    Ich könnte deinen Artikel direkt so unterschreiben, vor allem den Absatz um das „echte Leben“. Ich finde Social Media macht erst dann Spass, wenn man es nicht 24/7 nutzt. Ansonsten ist es nur Lärm im Kopf.

    Danke für den tollen Artikel!

    Grüsse,

    Fatima

    • Carina
      9. Oktober 2015, 19:09

      „Lärm im Kopf“ trifft es wirklich auf den Punkt!
      Gerade deswegen finde ich auch Meditation so wichtig, da man es oft dennoch leider nicht schafft sich dem zu entziehen…
      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße!

  • 8. Oktober 2015, 20:25  Antworten

    Hach ja, die Zeit vor dem Computer/am Handy. Da drifted man leider viiiel zu schnell ab! Tatsächlich schaffe ich es eigentlich nur im Urlaub, dass ich das Handy so gut wie nie zur Hand nehme. Aber da hast du auf jeden Fall Recht, man muss sich öfter mal selbst diziplinieren!

    Grüße aus NYC,

    Sonja

    • Carina
      9. Oktober 2015, 19:10

      Ich glaube es hat eher etwas mit Gewohnheit, statt mit Disziplin zu tun. Man kann sich das auf jeden Fall erarbeiten :)
      Liebe Grüße aus Peru !

  • 13. Oktober 2015, 01:50  Antworten

    Ich fand das Video toll. Du wirkst sehr entspannt und man sieht dass du voll in deiner Rolle aufgehst. Weiter so! Ich bin sehr gespannt.

    Liebe Grüsse,

    Doris

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