Warum wir laufen #BeatYesterday

Wenn die Menschen öfter gelb tragen würden, wäre die Welt bestimmt ein viel glücklicherer Ort – schießt es mir durch den Kopf als ich mit einer Woge aus gelb-shirtigen Läuferinnen zum noch gelberen Startbogen trabe. An meiner Seite Jasmin, heute nicht in gelb, sondern in GET READY TO RUN Montur, was mich gleichermaßen mit Stolz erfüllt wie rührt, da sie eine der motiviertesten Absolventinnen meiner Lauf-Challenge im Frühjahr war. Und nun werde ich gemeinsam mit ihr beim Deutsche Post Ladies Run in Wiesbaden bei ihrem ersten Lauf starten. Verrückt.

Was ich zum Zeitpunkt des Starts noch nicht weiß ist, dass mir dieser Lauf mehr über das Laufen und die Motivation dahinter beibringen wird, als die gesamten sieben Jahre seit meinen Laufanfängen in Melbourne zusammen. Manchmal braucht es den ein oder anderen neuen Impuls, um wichtige Erkenntnisse aufzudecken. In diesem Fall sollte es der Deutsche Post Ladies Run sein.

Ein allererstes Mal und ein erstes Mal seit Ewigkeiten

Es ist mein erstes richtiges Lauf-Event nach Jahren und wie es der Zufall so will ist Jasmin auch mit von der Partie. Als mich eine Woche vor dem Lauf ihre Nachricht über die Teilnahme erreicht hatte, freute ich mich riesig – so würde ich  nicht alleine in Wiesbaden starten. Und wie sich am Tag des Rennens herausstellte sie auch nicht. Eine Freundin hatte ihr kurzfristig abgesagt und so hatten wir uns schließlich beide zum gegenseitigen Support – für mein erstes Rennen nach Ewigkeiten und für Jasmins allerersten Lauf überhaupt!

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Nicht nur die unzähligen sonnengelben Shirts versetzen mich in beste Laune, auch die Stimmung vor Ort ist einfach großartig. Alle sind entspannt, quatschen und schauen sich an den vielen bunten Ständen um, die im Ladies Town extra für den Lauf aufgebaut wurden.

Die beste Ablenkung von der Aufregung

Ich treffe Jasmin zum ersten Mal offline und wir verstehen uns auf Anhieb prächtig! Gemeinsam tigern wir umher – vom Covermodel-Shooting für die Shape Sonderausgabe zum Thema Running (ich verspreche mir haushohe Chancen!) zur Testing-Area der neuen Garmin Laufuhren und Fitnesstracker und weiter zum Meet and Greet mit der feuerrot-lockenmähnigen Lucy (ja, DIE Lucy), der ich anschließend einen Daylight-Ohrwurm zu verdanken habe. Das wiederum tut meiner guten Laune gar keinen Abbruch, im Gegenteil!

Jasmin hilft die Beschäftigung vorm Lauf zur Ablenkung von ihrer Aufgeregtheit. Ich kann mich nur zu gut daran erinnern, wie es mir damals vor meiner ersten Laufveranstaltung gegangen ist… einen ziemlichen Stein hatte ich im Magen liegen und ich war felsenfest davon überzeugt, dass ich die Strecke niemals heil überstehen würde. Vermutlich würde ich allein vor lauter Angst bei Kilometer 2 in eine Schockstarre verfallen und mich beim nächsten Getränkestop unterm Tisch verkriechen. Doch die Getränkehelfer sind mit dieser Situation verschont geblieben und irgendwie habe ich meinen ersten Lauf überlebt, und auch den Halbmarathon, der etwa ein Jahr später mit einer noch größeren Aufregung folgte.

Auf los geht’s los!

Doch bei diesem Lauf wird es nicht um mich gehen. Der Startschuss fällt, wir traben los und als Jasmin und ich gemeinsam den Laufschritt anstimmen weiß ich, dass dieser Lauf mehr ist als das Jagen meiner Bestzeit. Ich entscheide mich dazu bei Jasmin zu bleiben. Sie braucht mich jetzt mehr, als mein Ego es braucht irgendwelche Rekorde zu reißen. Und so ziehen wir los.

Es ist heiß, furchtbar heiß. Es macht nicht nur Jasmin zu schaffen, sondern auch mir. Ich spreche ihr gut zu, feuere sie an und wettere mit ihr über die tropischen Laufbedingungen. Doch alle guten Worte nützen in dieser Situation wenig. Da muss jeder alleine durch, das kenne ich nur zu gut. Ich kann nur die Stütze sein, die sie vorm Umkehren bewahrt, wenn die Hitze und die negativen Gedanken zu groß werden. Wir schaffen das. Du schaffst das. Umkehren wäre jetzt auch blöd wie es die gelben Shirts der Läuferinnen vor uns predigen – der Spruch bekommt eine Tiefe, die ich zum Mantra des heutigen Laufes küre. Wer auch immer sich überlegt hat dies auf die Rücken der Shirts zu drucken, dem danke ich in diesem Moment inständig.

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Und so laufen wir gemeinsam und halten gemeinsam durch. Schritt für Schritt, laufend, ein klein wenig gehend, aber immer voraus, das 5 km Ziel in Sicht. Über Stock und Stein, durch Sonne und Schatten, mit Motivation und Flüchen.

Jasmin wird an diesem Tag weiter laufen, als sie jemals in ihrem Leben gelaufen ist. Es wird ihr allererstes Laufevent sein, das sie erfolgreich meistert und sie wird am Ende verdient von ihren Liebsten voll Stolz in die Arme geschlossen.

Jasmin ist für mich an diesem Tag meine persönliche Superheldin. Sie hat mich in hohem Bogen zu meinen Laufanfängen zurückkatapultiert und mich daran erinnert, welche Überwindung, wie viel Schweiß und wie viele Tränen zum Laufstart dazugehören. Und vor allem: wie vielfach sich das alles am Ende auszahlt und mit welchem Glück, Stolz und mit welcher Freude es einen überschüttet.

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Dieser Lauf hat mir die Augen geöffnet und mir wieder gezeigt, warum ich laufe, warum wir laufen.

Warum wir laufen

  • Wir laufen, weil wir es können – immer und überall wo wir sind,
  • wir laufen, weil es uns unserem Körper näher bringt und uns direktes Feedback gibt, ob wir heute zu Höchstleistungen aufkommen oder lieber etwas achtsamer mit uns sein sollten,
  • wir laufen, weil jeder Schritt ein Ja zu uns selbst bedeutet und ein Nein zu allem, was in uns an uns zweifelt,
  • wir laufen, weil jeder Lauf Freiheit für uns bedeutet – zu tun und zu lassen, was uns gut tut,
  • wir laufen, um aus dem Alltag auszubrechen und nur für uns sein zu können,
  • wir laufen, um mit der Sonne, dem Wind und den Naturgewalten um die Wette zu laufen,
  • wir laufen, um zu spüren zu was wir fähig sind,
  • wir laufen, um besser zu sein als wir gestern waren,
  • wir laufen für uns und für niemanden sonst.

Das alles sind die wichtigsten Gründe, um mit dem Laufen zu starten, durchzuhalten und dranzubleiben.

Mehr Läufer-Motivation

Für mich ist dieses Jahr ein weiterer kleiner, aber für mich und für meine Motivation entscheidender Grund dazugekommen: ich laufe mittlerweile auch, weil es mir Spaß macht die neusten technischen Gimmicks auszuprobieren.

Nachdem ich seit Anfang des Jahres mit der Garmin vivoactive HR unter anderem in San Francisco und dem Yosemite Nationalpark unterwegs war, konnte ich nun eine weitere Garmin Laufuhr austesten, die Forerunner 235. Von den Laufuhren, die ich vor vier Jahren zum ersten Mal ausprobiert hatte und die mir zu mühselig erschienen, ist außer dem klassischen Laufuhr-Design nicht viel übrig geblieben:

Diese neue Generation der Laufuhren ist ultraleicht, intuitiv und einfach zu bedienen, ja man kann sogar das Screen-Design nach den eigenen Wünschen anpassen (für mich als Gestalterin ein äußerst wichtiger Aspekt!). Was mir an der Forerunner 235 mega gut gefällt ist, dass sie neben den Standard-Funktionen wie der Aufzeichnung von Laufen, Radfahren und Schwimmen (sie ist wasserdicht) auch als Fitnesstracker fungiert, der die täglichen Schritte zählt und sogar nachts die Tiefschlaf- und Wachphasen überwacht.

Zudem misst sie Deinen Puls direkt am Handgelenk. Wer hätte gedacht, dass man jemals auf diese nervigen Brustgurte verzichten kann, die für mich vor vier Jahren ein entscheidender Faktor zur Rückgabe meiner ersten Laufuhr waren!

Mich motiviert meine neue Uhr mittlerweile nicht nur auf der Laufstrecke, sondern auch im Alltag in Bewegung zu bleiben und mit einer kurzen Vibration und dem Los! auf dem Screen alle 1-2 Stunden von meinem Arbeitsplatz aufzuspringen und mir die Beine zu vertreten. Das Erlernen der Kunst des meditativen Spazierengehens geht hier Hand in Hand mit meinem persönlichen Ehrgeiz meine Tagesziel an Schritten zu toppen. #BeatYesterday – jeden Tag aufs Neue.

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Abschließend möchte ich noch loswerden, dass ich das Event einfach großartig fand, weil es nicht nur etwas für alteingesessene Laufhasen ist, die ihre Rekorde brechen wollen, so wie es bei den meisten anderen Laufveranstaltungen der Fall ist.

Der Lauf ist etwas für jede Frau, die sich selbst etwas beweisen möchte. Es geht nicht um die Zeit, es geht um den Spaß an der Bewegung, Spaß etwas für sich zu tun, für seine Gesundheit und um das Erfolgserlebnis. Sich gemeinsam mit hunderten anderen Frauen gegenseitig zu motivieren und zusammen voller Stolz das Ziel zu erreichen.


Disclaimer: Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit dem Deutsche Post Ladies Run, Shape und Garmin entstanden. Einen großen Dank für die Unterstützung und dieses tolle Erlebnis! Alle Ansichten und Meinungen sind und bleiben wie immer meine eigenen.

Comments(7)

  • 6. September 2016, 13:23  Antworten

    Ein ganz ganz ganz toller Artikel.
    Seit meinem beidseitigen Fersensporn vor fast 3 Jahren, der sich auch hartnäckig 2 Jahre hielt bin ich nie mehr so viel gelaufen wie früher. Dafür hatte ich mir das Fahrradfahren angewöhnt und komme auch grade von einer „größeren Tour“ bei uns im Wald zurück.
    Vor kurzem bin ich 5km bei uns gewalked und habe versucht zwischendurch immer mal wieder leicht zu joggen (die Füße sind noch nicht 100% wieder vollkommen okay) … und mir ging die Puste ganz schön aus… es ist schon noch etwas anderen als Fahrradfahren.
    Aber man darf nie vergessen dass man selber, wie ich grade, vielleicht auch nochmal ganz am Anfang anfängt :-D

    LG Mel

  • 6. September 2016, 18:13  Antworten

    Ein schöner und doch sehr motivierender Beitrag mit tollen Bildern.

    Laufen bewegt wortwörtlich Menschen zusammen zubringen. Ich laufe sehr gerne alleine, aber zur Abwechslung finde ich es immer sehr nett wenn ich Leute habe mit denen ich zusammen laufen kann. Ganz besonders wichtig finde ich es nicht immer die selbe Strecke zu laufen, sondern an schönen unterschiedlichen erfrischenden Orten zu laufen. Folglich geht die Motivation somit auch nicht so schnell verloren. Natürlich darf ein Marathon nicht fehlen, um sich mit anderen zu messen und das Ziel über das Jahr zu verfolgen ein guten Lauf an dem Tag X zu erbringen.
    LG Maria

  • 12. September 2016, 07:04  Antworten

    toller beitrag! vor allem die gründe warum wir laufen sind mir aus der seele geschrieben.. hast du den garmin auch schon beim rad fahren eingesetzt? bitte um erfahrungsberichte.. mir ist der FR220 schon zu wenig…

  • 28. November 2016, 21:03  Antworten

    Schöner Text! Und auch ein sehr schönes Foto, wie ihr zusammen durch das Ziel lauft. Laufen bedeutet für mich auch vor allem Freiheit!
    PS: Auf die Garmin Forerunner 235 habe ich auch ein Auge geworfen. :)

  • 30. Januar 2017, 18:02  Antworten

    Dein Text motiviert, gleich in die Laufschuhe zu schlüpfen.
    Warum ich gerne laufe? Ich laufe gerne, weil ich gerne esse ;P
    Nein, im Ernst, ich laufe, weil es ein Stück Freiheit ist und es meine Seele befreit. Ich kann dabei wunderbar Stress loswerden und fühle mich nach dem laufen sehr entspannt.

  • An
    9. Februar 2017, 10:39  Antworten

    Toller Bericht! Ich laufe sehr gerne und besonders nach der Arbeit :) Das befreit vom Stress und bedeutet für mich vor allem Freiheit.
    Die Garmin Forerunner 235 ist aber schon etwas teuer :/ Gibt es eine günstigere Alternative?

  • 11. Juli 2017, 17:07  Antworten

    Ein wirklich toller Artikel. Schöne Bilder und sehr motivierend. Ich wollte mir demnächst auch eine Uhr anschaffen. Nun überlege ich auch ob`s die Forerunner235 wird. LG Nina

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