Stillstehen um anzukommen

Ich beende dieses Jahr in Demut.

An einem Ort, an dem ich mehr sein als tun kann. Ein bisschen still stehen, von außen betrachtet auf der Stelle tretend, von innen weltenreisend. Die Welt ausschließend, der Ablenkung den Garaus machen.

Das vergangene Jahr breitet sich vor mir aus und wandelt von Monat zu Ort zu Freude zu Schmerz zu Erkenntnis zu Akzeptanz. Kein Wachstum ohne Bewegung. Jeder Schritt ein Sprung des Herzschlags auf schwarzem Grund. Ausfallschritt, wieder klarkommen, einpendeln und weitermachen.

Ein Jahr der Schritte, das ich nun zum Stillstand bringe, um zu verstehen. Den Umfang des Erlebten, die Tragweite der Entscheidungen und was dieses Jahr so besonders machte.

Ich möchte dieses Stillstehen und meine Gedanken dazu mit Dir teilen. Vielleicht spenden sie Dir etwas Trost oder Inspiration in diesen Zeiten zwischen den Jahren, dem Zwischenland, das Wehmut und Vorfreude umarmt.

Was uns von diesem Jahr bleibt

1. Wir sind alle genau dort wo wir sein sollen und wollen. Unser Status Quo ist das Ergebnis unserer Entscheidungen und der Wege, die wir gehen. Wir müssen die Verantwortung über unser eigenes Handeln übernehmen und aufhören uns als Opfer des Laufs der Welt zu fühlen.

2. Wir sind nicht unsere Gefühle. Gefühle kommen und gehen. Doch die Wahrheit liegt darunter, tief begraben unter den Wogen der Stimmungen, die uns hin- und herreißen. Die Frage ist nicht: wie fühlst Du Dich? Sondern: wer bist Du in dieser Situation? Dein Handeln bestimmt Deine Welt.

3. Wir lenken uns ab, immerzu, jeden Tag. Mit den Sorgen und Gedanken zur Vegangenheit und der Zukunft. Und mit Nichtigkeiten, die wie Gefühle kommen und gehen und die wir wichtig nehmen, um nicht dorthin schauen zu müssen wo der Schmerz liegt. Unsere Wahrheit liegt hinter dem Schmerz.

4. Wir dürfen dankbar sein, auch wenn um uns herum die Welt unterzugehen scheint. Wir atmen, wir fühlen den Wind auf unserer Haut, die Sonnenstrahlen, die Regentropfen – wir sind. Wir sind dazu fähig unsere Gedanken, unsere Gefühle und damit unsere Gegenwart zu bestimmen, in jedem einzelnen Moment. Lass uns das Leben in die Hand nehmen.

Meine Buchempfehlungen zum Stillstehen:

Hardcore Zen – Brad Warner
Jetzt! Die Kraft der Gegenwart (The Power of Now) – Eckhart Tolle

Komm gut ins neue Jahr.
Deine Carina

Comments(5)

  • 30. Dezember 2016, 10:22  Antworten

    Das sind tolle Wahrheiten, die du da zusammengefasst hast. Ich lese auch gerade das Buch von Eckhart Tolle. Wirklich gut!
    Eine schöne Zeit dir,
    Laura-Lee

  • Sonali
    30. Dezember 2016, 17:11  Antworten

    Danke für diesen doch so wahren Text. Danke für deine Buchempfehlungen. Hier das Buch was ich gerade lese: The power von Rhonda Byrne. Vielleicht hast du es ja schon gelesen, falls nicht, absolute Empfehlung, es geht um genau das Thema! :)

  • 30. Dezember 2016, 18:17  Antworten

    Ein wunderschöner Text, du wundervolle Seele ♥
    Guten Rutsch und ein 2017 voller unvergesslicher Momente und Wachstum!

  • Elias
    30. Dezember 2016, 23:51  Antworten

    Hoi Carina…danke, dass Du Deine Gedanken teilst! Aber eins sehe ich anders: wir sind zu einem großen Teil unsere Gefühle. Ob die Welt außenrum echt ist, weiß ja kein Mensch, daher sind wir selbst unser Fixstern. Kannst Du Dich erinnern, wie Du Dich als Kind im Dunkeln gefühlt hast? Da war die „echte“ Welt auch nicht echt…Dein Handeln wird ja von Deinen Gefühlen gelenkt. Fühl Dich gut wo und wie Du bist-dann ist auch Dein Handeln gut. Give a shit about the outside world.

  • 1. Januar 2017, 21:16  Antworten

    Liebe Carina, ich kam durch einen Zufall zum ersten Mal auf deinen Blog und lese als erstes diesen ergreifenden Artikel und Jahresrückblick. Du hast mir genau aus der Seele gesprochen und gibst das wieder, was ich über 2016 denke. WOW. Sehr schön geschrieben. Ich wünsche dir ein wundervolles 2017 mit vielen spannenden Höhen und wenigen nötigen Tiefen, die dich weiter so wunderbar in deiner Persönlichkeit wachsen lassen. Liebste Grüße, Cathi

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