Die Do’s & Dont’s für einen Road Trip durch Schottland

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Du suchst Freiheit?
Dann empfehle ich Dir: Leih Dir einen Wagen und fahr einmal quer durch Schottland. Mach das Radio aus, lass die Fenster runter und nimm die umwerfende Natur, ob gerade sonnenumrahmt oder in Nebelschwaden gehüllt, mit all Deinen Sinnen auf – und ich verspreche Dir, die Freiheit wird nicht fern sein!

Zwei Wochen für einen Road Trip durch Schottland sind auf jeden Fall nicht genug. So viel steht fest.
Um Dir eine Einführung in die Kunst auf schottischen Straßen zu fahren zu geben, habe ich einige DO’S und DON’Ts gesammelt, die sich auf meinem Road Trip als ziemlich hilfreich herausgestellt haben. Legen wir also los!

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Basics

✔️ DO auf Schafe aufpassen
Je weiter Du Dich von den größeren Städten entfernst, desto höher ist die Chance, dass plötzlich eine Herde Schafe auf der Straße steht, da die Weiden in vielen Gebieten nicht abgezäunt sind. Deswegen: Immer schön langsam fahren (vor allem in Kurven) und nach dem wolligen Hufgetier Ausschau halten!

✖︎ DON’T rechts fahren
Wenn einem manchmal gefühlte Ewigkeit niemand entgegen kommt, kann es durchaus passieren, dass man in alte Gewohnheiten zurück fällt und sich plötzlich auf der rechten Straßenseite wieder findet. Wirksamstes Mittel um dem Linksverkehr treu zu bleiben: Leg Dir ein Blatt mit einem Pfeil nach links gut sichtbar aufs Armaturenbrett!

✔️ DO Benziner nehmen
Wenn Du Dir ein Auto ausleihst, lass Dich von den netten Damen bei der Vermietung nicht zu einem Diesel-Fahrzeug überreden. Benzin ist sehr viel günstiger in Schottland!

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✖︎ DON’T zu spät tanken
Je weiter nördlich Du kommst, desto rarer werden die Tankmöglichkeiten. Deswegen behalte beim ganzen Beschauen und Bestaunen der Landschaft auch ab und zu die Tankanzeige im Auge. Du weißt nicht wann die nächste Tankstelle kommt!

✔️ DO bei ASDA tanken
ASDA ist ein Großmarkt wie REAL mit angeschlossener Tankstelle. Dort habe ich mehrmals das billigste Benzin auf meinem Road Trip getankt (der Liter für 1,26 Pfund). ASDA gibts jedoch leider nur in größeren Städten, das heißt: dort am besten auftanken!

Fortgeschrittene

✔️ DO kleinere Straßen fahren
Die schönsten Straßen auf meinem Road Trip waren die kleinen Straßen. Das müssen nicht immer Alternativrouten sein, denn vor allem im Norden gibt es grundsätzlich nur kleine Straßen.

Also: Trau Dich in den Norden, trau Dich bis ans Ende der unzähligen Glens zu fahren, denn dort wartet das wahre Schottland auf Dich!

✖︎ DON’T mitten in der Landschaft einfach anhalten
Auch wenn die Straßen nicht allzu befahren sind, Du weißt nie wann das nächste Auto um die Ecke kurvt. Ich weiß, Du würdest am liebsten an jeder Ecke stehen bleiben und Dich an der Natur satt sehen – völlig verständlich!
Der Sicherheit zu Liebe such Dir davor aber eine Parkmulde oder ähnliches, um den Verkehr nicht zu behindern.

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Profis

✔️ DO fahr nach Applecross
Die schönste Straße, die ich in Schottland gefahren bin war die Straße von Süden kommend nach Applecross. Diese Straße, die in vielen Karten nicht mal eingezeichnet ist, haucht Deinem Fahrgefühl durch ihre Serpentinen und den fabelhaften Blick auf Skye, den man anschließend hat, einen fast alpinen Charakter ein.

Das Warnschild zu Beginn der Straße sollte man allerdings beherzigen – die Straße ist nämlich komplett einspurig. Also nichts für schwache Nerven.

✖︎ DON’T Kilometer oder Meilen zählen
In Schottland wird Zeit nichtig. Entfernungen sind auch nicht mehr das was sie mal waren und man hat endlich mal keinen Druck und keine Zwänge zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein. Genieße die Zeitlosigkeit und genieße, dass man sich hier nicht auf irgendwelche Zeitangaben verlassen kann und muss.

✔️ DO Bedanken
Die Königsdisziplin: Sich der schottischen Freundlichkeit anpassen! Auf single track roads bedankt man sich mit Handzeichen, wenn man auf eine der passing lanes ausweicht, oder für Dich ausgewichen wird. Eigentlich bedankt man sich immer. Für alles.

Und ich finde das eine eigentlich ganz angenehme Sache. Für mehr Nettigkeit auf Straßen und im Alltag!

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Und wann gehts bei Dir auf schottische Straßen?

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Comments(11)

  • 26. August 2014, 10:05  Antworten

    Klasse, ich war Ende Juli auch auf einer Rundreise durch Schottland und habe mich unwissentlich an 95% der von dir genannten Do´s und Dont´s gehalten. Kann die einzelnen Punkte vollkommen unterschreiben.

  • 26. August 2014, 12:23  Antworten

    Schottland steht auch noch auf meiner Bucket List. Wirklich klasse.

  • 26. August 2014, 13:39  Antworten

    was man vielleicht noch ergänzen könnte: nur die Ausweichbuchten auf der LINKEN Seite nehmen. wenn eine rechts ist und Gegenverkehr kommt, wartet man auf der linken Spur (auf Höhe der Ausweichbucht).. das war uns diesen Sommer passiert, da ist einfach jemand (der den Rechtsverkehr gewöhnt ist) in „unsere“ Bucht gefahren – das war schon ziemlich verwirrend

  • Kerstin
    26. August 2014, 14:09  Antworten

    Wenn alles klappt, nächstes Jahr!!! :)
    Magst Du vielleicht Deine Route verraten? Zumindest so ca.? Und vielleicht so ne grobe Kostenangabe mit Auto und Sprit?

    Und was machst Du, wenn Dir auf der Einspurigen jemand entgegenkommt? Außer beten, mein ich ;)

  • 26. August 2014, 14:11  Antworten

    Fehlt eigentlich nur noch ein Hinweis auf den Whisky. Wenigstens unter den Don’ts. Oder als Zusatzhinweis für die Beifahrer*innen. ;-)

  • 26. August 2014, 16:42  Antworten

    Super Post. Wir waren in den Pfingstferien in Schottland. Inverness- Ullapool – Plockton- Skye – Glasgow – Edinburgh. Spannend waren in jedem Fall die kleinen einspurigen Straßen, die eigentlich soviel Spaß gemacht haben. Besonders super war auf der Isle of Skye der Ausflug Richtung Neist Point bei Nebel. Und alle kleinen MiniSträßen nördlich von Ullapool. Aber unser Opel Corsa war echt zäh. Und vor allem es schreit nach Wiederholungstat. Denn 2 Wochen sind, wie du schon schreibst, einfach nicht genug.

    Viele Grüße
    Regina

  • 4. Juli 2015, 17:36  Antworten

    Jetzt hat mich die Vorfreude so richtig gepackt! Im September geht es wahrscheinlich nach Schottland auf einen Roadtrip. Danke für deine Do’s & Don’ts – ich wäre sicherlich auf den Benziner reingefallen ;)

    Liebe Grüße!
    Jolly

  • Sheam
    14. September 2015, 08:59  Antworten

    Danke für deinen Post.
    Wir befinden uns gerade ganz am Anfang unserer Planung für einen Roadtrip (3 Wochen) durch Schottland.
    Kannst du auch etwas zu Schlafmöglichkeiten sagen (BB’s & Hotels)? Sind diese eher rar und es empfiehlt sich alles weiter im Voraus zu reservieren, oder reicht es da aus einige Stunden vor Ankunft kurz anzurufen und sich nach einem freien Zimmer zu erkundigen?

    Bin schon voller Vorfreude und hoffe, dass ich mich in den Rest des Landes ebenso verliebe wie in die Stadt Edinburgh!

    • Carina
      9. Oktober 2015, 19:17

      Da wir mit dem Zelt unterwegs waren kann ich zu Schlafmöglichkeiten leider wenig sagen, tut mir Leid!
      Meine Freundin Nina von smaracuja.de ist jedoch momentan in Schottland unterwegs und sie meinte viele tolle Unterkünfte seien Ende September (Reise im Oktober) schon ausgebucht gewesen. Das kommt natürlich dann drauf an, welchen Anspruch Ihr auch an die Unterkünfte habt!

      Ich wünsche Dir auf jeden Fall sehr sehr viel Spaß dort oben :)

  • Yvette
    15. Januar 2016, 20:32  Antworten

    Wir fahren im Mai und nein… keine zwei Wochen. Mir müssen aus finanziellen Gründen 8 Tage reichen. Unsere Unterkünfte sind in Perth, Aberdeen, Drumnadrochit, Furnace, Callander und Edinburgh. Wird viel Fahrerei, ich weiß, aber ich liebe es, durch die Landschaft zu „fliegen“. Natürlich habe ich auch viele Stopps zum gucken eingeplant. Das mit den Unterkunftspreisen ist so eine Sache. Das günstigste sind natürlich Hostels, aber sowas wollte ich nicht. Und ich habe spezielle Wünsche eingeplant. Für mich musste ein Frühstück und ein Parkplatz im Preis inbegriffen sein und für meinen Sohn sollte die Unterkunft kostenloses W-Lan haben. (Ich bin ja gespannt, wie lange er abends tatsächlich noch in den Laptop guckt…. hihi) Und so bin ich auf die Suche gegangen und bin bei booking.com fündig geworden.
    Ich finde Deine Dos and Dont’s doch recht informell, obwohl mir etwas ganz Wichtiges fehlt… das Zwischenmenschliche…. klar, sind die Schotten nett und jeder gut erzogene Besucher, wird sich an einige Etikette halten. Aber was ist in Schottland anders? Geben sich die Leute die Hand, wenn sie in eine Unterkunft kommen, oder sagen sie nur von weitem „Hello“… sowas in der Art.

    Da Du aber nur vom Autofahren gesprochen hast… ich hätt da mal ne Frage… nein zwei, sorry:
    Wie fahren die Schotten? Wie die Italiener, oder wie die Deutschen? Bzw. wie reagieren sie, wenn da ein „rechtsgewöhnter“ Fahrer noch übt, auf der linken Seite zu fahren? Sind die eher genervt, oder doch geduldig?
    Und noch eine Frage: mir ist mal gesagt worden, dass die schottischen Polizisten genauso scharf sind, wie die Schweizer…. stimmt das? (Ich meine scharf nicht im Sinne von Sahneschnitte, sondern eher im Sinne von Bussgeldgeil )

    Wäre schön, wenn Du noch antwortest.
    Danke
    Yvette

    • Carina
      11. Februar 2016, 18:32

      Liebe Yvette,

      da wir vor allem wildcampen waren und in keinen Unterkünften geschlafen haben, kann ich Dir die Handgeb-Frage leider nicht beantworten ;) Was ich Dir sagen kann ist, dass man sich auf der Straße grüßt und für mich eine allseits herzliche Stimmung herrschte!

      Zum Autofahren: Das mit dem links fahren hast Du schnell raus. Das ist weniger umständlich, als man es sich vorstellt und wir hatten keinerlei Probleme – weder damals ins Australien, noch jetzt in Schottland. In Städten ist es natürlich etwas schwieriger, weil mehr Verkehr herrscht, aber auf dem Land musst Du Dir keine Gedanken machen.

      Zum Fahrstil der Schotten ist mir recht wenig aufgefallen – wie Italiener fahren sie auf jeden Fall nicht und klar wärst Du sicherlich auch genervt, wenn Dir ein Schotte in Deutschland auf Deine Spur fahren würde, weil er Rechtsverkehr nicht gewohnt ist ;)

      Wir haben keine Erfahrungen mit der schottischen Polizei gemacht und haben immer alle Verkehrsregeln beachtet, deswegen kann ich Dir beim letzten Punkt leider auch nicht aushelfen.

      Ich hatte den Gesamteindruck, dass die Schotten ein sehr bescheidenes, herzliches Völkchen sind und hoffe Du machst Du ähnliche Erfahrungen – ich wünsche Dir und Euch auf jeden Fall ganz viel Spaß!

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