Was hält Dich vom Reisen ab?

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Seit ich selbstständig bin schaffe ich es selten länger als einen Monat am gleichen Ort zu bleiben. Ich reise viel umher, manchmal nur wenige Tage und manchmal mehrere Wochen. Manchmal für Jobs, aber manchmal auch einfach so, weil ich Freunde besuchen möchte, weil eine Messe oder eine Konferenz ansteht oder schlicht und ergreifend weil es einen günstigen Flug gibt.

„Ich wünschte ich könnte auch so viel reisen wie Du!“ ist einer der häufigsten Sätze, die ich dieses Jahr gehört habe, gefolgt von der Frage wie ich das Ganze überhaupt finanziere.

Ich rede heute mal Klartext und zeige Dir, dass es verdammt noch mal möglich ist genau das zu tun worauf man Bock hat: und zwar Reisen! Selbst mit wenig Geld, mit wenig Zeit und allem, was einen anscheinend sonst noch abhält!

Let’s do it!

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„Ich habe keine Zeit“

Ob Du es glaubst oder nicht, ich bin als ich noch fest angestellt war fast genau so viel gereist wie heute.

Wie ich das angestellt habe?

Ich habe aus jedem Urlaubstag das Maximum heraus geholt.

Ich habe Urlaubstage mit Feier- und Brückentagen kombiniert, so dass ich so lange wie möglich mit dem wenigsten Einsatz von Urlaubstagen vereisen konnte. Wochenenden hielten für Kurztrips her und der gesammelte restliche Urlaub, der nicht für Brückentag-Verlängerungs-Maßnahmen eingesetzt wurde wurde für Reisen bis zu 3 Wochen geparkt.

Ich habe wirklich jeden freien Tag ausgenutzt um zu verreisen. Weil es mir wichtig war. Weil ich Prioritäten gesetzt habe. Weil es für mich der Ausgleich zu der Routine des Alltags und der Festanstellung war.

Wir haben alle die gleichen 24 Stunden am Tag und jeder ist selbst dafür verantwortlich wie er sich seine Zeit einteilt und welche Prioritäten er setzt.

Ist es Dir wichtiger an einem Feiertag auszuschlafen und Fern zu sehen oder früh aufzustehen und in eine andere Stadt oder ein anderes Land zu fahren und neuen Input zu bekommen?

Du entscheidest.

„Ich kann mir Reisen nicht leisten“

Wenn wir davon ausgehen, dass Du nicht am Existenzminimum lebst, sondern „normal“ verdienst, finde ich das eine ziemlich schwache Ausrede.

Tracke einen Monat lang Deine Ausgaben, schau Dir genauer an, wofür Du Dein Geld ausgibst und mach Dir dann noch einmal Gedanken, ob Du wirklich kein Geld fürs Reisen hast oder ob Dir andere Dinge gerade anscheinend einfach nur wichtiger sind.

Beispielsweise: in jeder Mittagspause essen gehen, den Coffee to go zwischendrin, lieber das Auto nehmen, Abends auf teure Drinks treffen, das zehnte Paar Schuhe kaufen, das nach 5 mal tragen im Schuhregal vergammelt.

Ich gehe ebenfalls ab und zu essen und nehme auch manchmal das Auto oder gehe Abends weg. Versteh mich nicht falsch – Du musst nicht alles aufgeben, „was Spaß macht“.

Aber ich habe eindeutig meine Prioritäten gesetzt und so spare ich den Großteil meines Geldes, neben Miete und Versicherung, fürs Reisen.

Weil mir Erlebnisse und Abenteuer wichtiger sind als Dinge. Weil ich weiß, dass ich durchs Reisen wachse und mir das Erlebte für immer in Erinnerung bleibt, während das Paar Schuhe nach ein paar Jahren ausgedient hat und im Müll landet.

Brauchst Du das alles wirklich?
Was ist Dir wichtiger?

Ich treffe unterwegs immer wieder Reisende, die unglaublich wenig Geld haben, aber immer irgendwie über die Runden kommen. Interessanterweise sind sie oft am Glücklichsten, Unbeschwertesten, Optimistischsten. Was meinst Du woran das liegt?

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„Es kommt niemand mit“

Na und?

Warum ziehst Du nicht alleine los?

Warum machst Du Dein Glück von einer anderen Person abhängig?

Klar, macht es zu zweit auch Spaß. Aber versuche von dem Gedanken loszukommen, dass es zu zweit, dritt, viert MEHR Spaß machen könnte als alleine.

Warst Du schon mal alleine unterwegs?

Wenn nicht – probier es ein einziges Mal aus. Wenn Du wirklich unglaublich gerne an einen bestimmten Ort reisen möchtest und niemand mitkommen möchte – Go for it! Zieh es alleine durch! Was hält Dich davon ab es einfach zu tun?

Die Angst vorm Alleine sein? Die Befürchtung komisch angeschaut zu werden, keinen Anschluss zu finden und alles falsch zu machen?

Überwinde Deine Ängste, trau Dich aus Deiner Komfortzone heraus und wag den Sprung ins kalte Wasser!

Ich verspreche Dir: Du wirst es nicht bereuen!

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Jetzt liegt es an Dir:

  1. Beobachte wofür Du Deine Freizeit nutzt. Hast Du wirklich keine Zeit oder investierst Du Deine Zeit gerade einfach in Dinge, die Dir momentan wichtiger erscheinen als Reisen?
  2. Tracke Deine Ausgaben und versuche überflüssige Investitionen zu reduzieren.
  3. Du bist selbst für Dein Glück verantwortlich! Wenn Du reisen willst, mach es einfach! Egal, ob jemand mit kommt oder nicht! Trau Dich Dinge alleine zu tun!
Und nun möchte ich wissen:

Welcher der drei Aussagen hält Dich vom Reisen ab?

 

Comments(10)

  • 7. Oktober 2014, 10:02  Antworten

    Keine – Da hast sooo Recht, mit dem, was Du aufgeschrieben hast.

    Zeit: die findet man, wenn man will, vielleicht muss man sich nur von der Vorstellung lösen, man sei im Job unersetzlich?
    Geld: klar, von Hartz IV kann man nicht reisen, aber als NormalverdienerIn: Prioritäten setzen, nicht jeden neuen technischen Schnickschnack haben wollen, nicht immer teuer Party machen…
    Reisepartner: allein reisen macht Spaß, ist anders, logisch, aber man wächst daran. Und dann… wird es vielleicht sogar schwer, immer auf den Reisepartner Rücksicht nehmen zu müssen??

    • Carina
      16. Oktober 2014, 15:16

      Danke für Deinen netten Kommentar und, dass Du meiner Meinung bist – es geht immer um Prioritäten, die man setzen muss – im Job, beim Geld – letztendlich geht es um Dein Leben und das, was Du erreichen möchtest, was Du sehen möchtest!
      Wir haben es in der Hand und wir sollten alle unsere Chancen nutzen!
      Also was hält uns ab? Nichts! :)

  • Manu
    7. Oktober 2014, 16:25  Antworten

    Super Zusammenfassung! Ich kann das nur voll und ganz unterschreiben! Auch mir sind Erlebnisse und damit Reisen viel wichtiger als Dinge. Viel lieber gebe ich 100 Euro für einen Flug statt für ein Paar Schuhe aus. Und auch ich nutze mir jeden verfügbaren Urlaubstag für Reisen.

    • Carina
      16. Oktober 2014, 15:22

      Meine Rede!
      Das Schöne ist zu lernen von materiellen Dingen los zu lassen… und die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben – die Befreiung, die man dadurch erfährt.
      Weil man weiß wofür man es tut: fürs Reisen!

  • Asta
    7. Oktober 2014, 20:57  Antworten

    Ich habe zwei Kinder und eine kleinen Firma. Trotzdem waren wir vor kurzem wieder drei Tage in der Schweiz. Verreist dieses Jahr: drei mal. Und das ist auch der Schnitt der letzten Jahre. Mit Kinder ist das schon gut, denke ich.
    Achja, Verwandtenbesuche in Deutschland sind da noch garnicht drinne.

  • 7. Oktober 2014, 21:14  Antworten

    Ich reise seit 12 Jahren, war vier Jahre Nomade und bin jetzt wieder in einer Festanstellung. Beruflich mehr als ausgefüllt natürlich ;). Reisen tue ich dennoch. Ich bin was das angeht unersättlich, aber nutze es wie Carina es beschrieben hat als sie noch angestellt war. Brückentage, Feiertage etc. Ich schaue immer wieder nach günstigen Angeboten wie bei Urlaubspiraten, billigflieger.de, skyscanner etc…..die Auswahl an Schnäppchen ist groß :). Selbst Kurztrips tun mir gut. Hauptsache raus und eine andere Energie :).

  • keoki
    8. Oktober 2014, 21:53  Antworten

    Was soll man noch hinzufügen?:):):)

  • 13. Oktober 2014, 15:59  Antworten

    Danke für diesen tollen Post!

  • 1. Dezember 2014, 16:56  Antworten

    Bei mir ist es leider wirklich das Geld – mein knappes Studentenbudget lässt zurzeit nicht einmal Wochenendtrips zu. Aber als ich noch mehr verdiente, habe ich meine Prioritäten auch eindeutig aufs Reisen gelegt. Ich habe den Großteil meines Ersparten dafür ausgegeben – und ich würde es wieder tun!
    Es ist also hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis es wieder etwas schöner im Geldbeutel aussieht und ich wieder losziehen kann.

  • Susana
    8. Januar 2015, 18:56  Antworten

    Absolut meine Meinung! 3 Wochen Urlaub und den Rest mit Feier und Brückentagen aufstocken. Alleine als Frau reisen gar kein Problem! Ich bin es nur gewohnt in Hotels zu reisen (mit kleineren Ausnahmen). Möchte in Zukunft mehr in die Erlebnisse und Individualität der Reise investieren (noch nicht mal Geld technisch sondern allgemein). In Großstädten gelingt es mir sehr gut allein zurechtzukommen. Aber in fernen Ländern (zuletzt Sri Lanka) hab ich viel in Touren investiert (zuviel – bin mal wieder übers Ohr gehauen worden). Möchte versuchen von der normalen Touristin zur Backpackerin mit Schlafluxus zu werden. (Dorm wär absolut nichts für mich)
    Du erwähnst du seiest an normal langen WE (früher mit festen Job) oft unterwegs gewesen.
    Hier fehlen mir doch so manche Ideen. Wohin kann man in dieser Zeit autolos hinreisen???
    Freu mich über Tips!

    Ach, fast vergessen toller Artikel! Und super Homepage!!

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