Wie? Laufen kann auch Spaß machen?

Gib mir eine Minute bevor Du Dich direkt kopfschüttelnd abwendest: Ich war genau da.

Vor 6 Jahren saß ich genau an Deiner Stelle und habe jedem, der mir weismachen wollte, dass Joggen Spaß machen kann ein müdes Lächeln geschenkt.
„Laufen, nee, das ist nichts für mich“.

Allein der Gedanke mir die Laufschuhe anzuziehen (ja, Laufschuhe hatte ich – ein unangenehmes Überbleibsel aus Schulzeiten, ich sag nur Cooper-Test: brrrr!) und mehr als auch nur 100 m zu joggen bereitete mir ein ekelhaftes Unbehagen, ein ich-will-mich-da-rauswindendes Gefühl, durch das ich mich glorreich ohne große sportliche Betätigung durch die halbe Studienzeit schmuggeln konnte.

Dir kommt das bekannt vor? 

Alles klar, dann möchte ich Dich heute keines Besseren belehren. Das kannst Du eh selbst am Besten. Das Einzige was ich Dir geben werde ist eine Handvoll Denkanstöße und Du entscheidest am Ende, was Du draus machen möchtest. Deal? Deal!

Erst einmal musst Du den ganzen Quatsch abschütteln, den man Dir eingetrichtert hat und warum Du Dir womöglich diesen Artikel reinziehst.

laufen-ausreden

Meine Top 5 der dämlichsten Lauf-Gründe, mit denen Du mit Sicherheit keinen Spaß am Laufen haben wirst:

  • 1. Tu es für Deine Gesundheit!

Okay, da ist vielleicht was dran. Aber um Dein von Vorurteilen gebeuteltes Unterbewusstsein auf Lauf-freundlich zu programmieren braucht es mehr als ein verkopftes Gesundheitsargument.

„Ich möchte fit und bis ins hohe Alter gesund sein“.
Stillt dieser Ausdruck ein brennendes, akutes Verlangen? Etwas für das Du frühmorgens dem kuscheligen Bett entspringen und Dich auf die Laufstrecke machen würdest? Nein? Dann ist ist alles in Ordnung mit Dir, denn mich macht das auch nicht sonderlich an.

Gesundheit ist also kein Argument und Spaß sieht auch anders aus. Aber wie dann?
Darauf kommen wir in einem kurzen Moment.

  • 2. Damit kannst Du schnell abnehmen!

Enttäuschung Nummer 2. Mit Laufen wirst Du nicht schnell abnehmen. Wenn Du deswegen hier bist: Sorry, not gonna happen.

Wenn Du abnehmen willst gibt es bessere und vor allem schnellere Wege als Kilometer zu sammeln. Laufen unterstützt zwar Dein allgemeines Wohlbefinden und den Abnehmprozess in einem gewissen Rahmen, aber damit allein ist das Abnehmen nicht getan.

80% Deines Abnehm-Erfolgs gehen von dem aus, was Du isst. Nur 20% macht der Sport aus.

Klar, so macht Laufen noch viel weniger Spaß, wenn er nicht mal erfolgsentscheidend für Deine Abnehmpläne ist. Und wo wir gerade beim Thema sind:

  • 3. Mit Joggen wirst Du Deine Cellulite los!

Je nachdem wie lange Du joggst, wird die Cellulite im schlimmsten Fall sogar noch stärker!

Schon mal drüber nachgedacht wie es Deinem Bindegewebe bei einem Halbmarathon ergeht?

Nicht gut, ganz und gar nicht gut.

Lange Läufe über eine Stunde sind fast das schlimmste (zusammen mit Softdrinks, ja auch die Light-Variante), was Du Deinem Bindegewebe antun kannst.

Ein Grund sich zu freuen:
Kurze, knackige Läufe machen auch die Orangenhaut knackig. Am besten sind Sprints und Bergläufe. Und Tschüss, Cellulite!

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  • 4. Laufen ist so einfach!

Das Argument kann nur von einem Läufer kommen. Laufen ist einfach, ja, aber nur, wenn Du es bereits regelmäßig tust. 

Dieser gut gemeinte Grund zum Laufen ist wohl mit einer der gewagtesten überhaupt. Warum? Weil jeder Laufanfänger das Gegenteil mehr als einmal auf schmerzliche Weise erfahren muss. Und dadurch schnell zum Laufabbrecher wird. 

Allein die Aussage fordert schon zu einem trotzigen ‚NEIN, ist es nicht!‚ auf! Wenn es Dir genau so geht, Hand hoch!

Wo wir beim nächsten, meist von Läufern geäußerten Argument kommen:

  • 5. Laufen kann man immer und überall!

Ja, wohl wahr. Aber es macht nicht überall und immer Spaß. Wer im Winter mit dem Laufen anfangen möchte kann Bände darüber schreiben…

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Gut, nun haben wir mal mit all den guten Gründen aufgeräumt.

Doch bevor Du Deine Laufabsichten in die ewigen Jagdgründe schickst, möchte ich Dir noch eine andere Seite des Laufens zeigen. 

Genau, der Part, bei dem es endlich mit dem Spaß anfängt.

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Warum Du diesen Artikel liest:

Es scheint mir als hättest Du ein vages Interesse daran es mal mit dem Laufen zu probieren. Auch wenn Du es Dir jetzt gerade noch nicht vorstellen kannst es auch in die Tat umzusetzen. Aber das ist vollkommen okay!

Es bringt eh sehr wenig anzufangen, wenn Du nicht weißt warum Du überhaupt anfangen möchtest. Wie Du gerade gelernt hast ist „Gesundheit“ ein ziemlich schwaches Argument. Vor allem, weil es uns meistens von Außen eingetrichtert wird und wir es zähneknirschend mit schlechtem Gewissen annehmen und denken, wir müssten nun mal was für unsere „Gesundheit“ tun, Joggen zum Beispiel. Kein Wunder, dass wir keinen Bock auf Joggen haben, wenn es immerzu an unser schlechtes Gewissen geknüpft wird.

Beginnen wir also mit dem „Warum?“

A. Warum käme Laufen überhaupt für Dich in Frage?
B. Warum ist es wichtig für Dich?
C. Was meinst Du damit?

Diese Fragen sind essentiell für Deine bevorstehende Läufer-Karriere.

Gehe einmal tief in Dich und beantworte Dir diese Fragen ehrlich auf ein Blatt Papier. Gründe, die nicht von Deinem Herzen kommen sind Tabu.

Wiederhole die Fragen B & C so lange bist Du Deiner wahren Motivation auf den Grund gegangen bist. Mach es jetzt direkt, oder Du versinkst wieder in den Untiefen des Internets und vergisst es – kenn ich nur zu gut, also mach es jetzt!

. . .

Schon Stift und Papier rausgekramt? 

Nein?

Wenn Du Dich nicht mal dazu überwinden kannst, warum solltest Du es dann zum Laufen?

Das schriftliche Beantworten dieser Fragen hängt mit Deiner Bereitschaft zusammen Deine Wünsche auch in die Tat umsetzen zu wollen und zu können. Wie wichtig ist Dir das, was Du erreichen möchtest, wenn Du Dir nicht einmal die kurze Zeit nehmen möchtest, um Dich näher damit zu beschäftigen?

Indem Du Dir 5 Minuten Zeit nimmst und Dich wirklich mit Deinen Gründen und Deinem Warum beschäftigst programmierst Du Deinen Kopf auf „Aktion“. Du findest nicht nur heraus, was Du wirklich willst, sondern bist auch eher dazu bereit es auch in die Tat umzusetzen.

Dein Warum muss stark genug sein, dass Du Deinen Lauf nicht absolvierst, weil Du meinst Du müsstest es tun, sondern weil Du es wirklich willst.

Genau wie mit dem Schreiben: Ich kann Dich weder dazu Zwingen Deinem Warum auf den Grund zu gehen, noch zu laufen. Die Motivation kommt aus Dir selbst heraus.

Also bist Du bereit?

Wenn Du Deiner wahren Motivation auf den Grund gegangen bist, dann verspreche ich Dir:

Laufen kann Spaß machen! Und zwar ziemlich viel!

 

Was meinst Du?
Möchtest Du es probieren?

Comments(3)

  • 26. Februar 2015, 10:05  Antworten

    Ich bin bereit, ich bin bereit! :)

    Eines Aspekt, den ich am Laufen sehr genieße, ist dass ich mich bewege und gleichzeitig an der (je nachdem, wo ich mich aufhalte, mehr oder weniger) frischen Luft bin. Der 2in1 Bonus, wenn ich gerade noch so viel andere Sachen vorhabe, aber auf keines von beidem verzichten möchte. Oder wenn ich nicht gut drauf bin. Laufen hebt mein Gemüt ungemein!

    Lieber Gruß,
    Philipp

  • 26. Februar 2015, 12:15  Antworten

    Liebe Carina,

    ich bin schon länger leidenschaftliche Läuferin – an der frischen Luft zu sein und meinen Kopf durchzupusten ist meistens Motivation genug!

    Aber: durch deinen tollen Beitrag habe ich noochmal darüber nachgedacht was Laufen überhaupt für mich bedeutet und über nachgegrübelt wie ich angefangen habe und was mir so gefällt.

    Auch danke für deinen anderen Lauf-Beiträge – da sind echt tolle Tipps und inspirierende Gedanken bei :)

    Liebe Grüße Julia

  • 28. Februar 2015, 23:10  Antworten

    laufen ist #ichzeit für mich.

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