Lieber Juni, Du bist ein Arsch.

Unser VW T3 ist kein Synchro, das heißt er hat keinen Vierradantrieb oder 4-Wheel-Drive (4WD). Somit ist er nicht unbedingt geeignet für alles, was Offroad-Fahrern Spaß macht: Flüsse, Matsch, Sand, Eis oder sonstige Untergründe, die einem Fahrzeug mit Zweiradantrieb Probleme bereiten könnten.

Von Zeit zu Zeit muss ich meinen Freund daran erinnern, dass unser 33 Jahre altes Gefährt leider nicht für diese Art von Abenteuer gemacht ist. Doch sein Vertrauen in unseren Bus ist unerschütterlich (fast so sehr wie seine Liebe zu Mehlspeisen) und tatsächlich schaffen wir es jedes Mal irgendwie schwungvoll durch den nächsten Fluss. Ich füge hinzu: reißenden Fluss.

Pannen gehören zu jeder Reise, keine Frage. Insbesondere wenn man mit einem eigenen Wagen unterwegs ist scheint die Pannenrate einer Reise überproportional in die Höhe zu schnellen. Das kann ich nach 6 Monaten mit dem eigenen Van in Südamerika bestätigen und zu meiner Beruhigung können das auch alle anderen Overlander, die wir auf unserem Weg bisher getroffen haben.

Juni, Du hast Dich übertroffen!

Der letzte Monat jedoch, mein lieber Monat Juni, hat alle vorangehenden Monate in seiner Unfallrate übertroffen und allein deswegen möchte ich ihm heute meine besondere Aufmerksamkeit widmen.

Es handelt sich um Pannen unverschuldeter Natur (ich spähe zu unserem 3. Motorschaden) oder eben ziemlich selbstverschuldeter Vorfälle, wie es sich in den nächsten Zeilen herausstellen wird.

Zur Verteidigung meines Freundes: Ein 4WD hätte uns vermutlich nur in 1,5 der 4 Situationen weiterhelfen können, deswegen darf er ruhig weiter seine Flussdurchquerungen aka Unterbodenwäschen unternehmen.

Warum Juni ein Arsch ist erfährst Du jetzt:

pannen-in-südamerika-höhe

Paso de Jama – Verbrennungen auf 4000 Metern

Es war alles so abenteuerlich, so romantisch – eine Nacht auf 4000 Metern Höhe, mitten im Nirgendwo auf dem Paso de Jama zwischen Argentinien und Chile. Wir wollten unsere Grenzen austesten bevor es über die Lagunenroute nach Bolivien gehen sollte, wo es nachts angeblich unter -15 Grad werden sollte.

In dieser Nacht war es vermutlich sehr viel kälter als -15 Grad. Der 10 Liter Kanister Wasser war zu Eis erstarrt und umso erstaunter waren wir, dass unser Bulli auf Anhieb ansprung.

Wir gaben ihm etwas Vorlaufzeit bevor wir uns auf den Weg zur chilenischen Grenze machten. Doch nach nur ein paar hundert Metern on the road fing die Temperaturanzeige an sich langsam aber sicher nach oben zu bewegen. Irgendwas war faul.

WUSCH oder: die Kühlwasser-Explosion

Wir hielten an und mein Freund lief nach hinten zum Motor, um der Sache auf den Grund zu gehen. Plötzlich machte es WUSCH und ich sah ich nur noch Dampf aus dem hinteren Teil des Autos aufsteigen. Ich hechtete zu meinem Freund, der von oben bis unten mit Kühlwasser durchtränkt war.

Er hatte das falsche Kühlwassergefäß geöffnet. Anscheinend war das Kühlwasser in einer der Leitungen eingefroren, so dass das Wasser nicht mehr ordentlich zirkulieren konnte und sich so ein Druck aufgebaut hatte – der sich nun komplett im ganzen Kofferraum und über meinen Freund entladen hat.

Ich griff den 10 Liter Eis Kanister und schüttete das bisschen Wasser, was mittlerweile aufgetaut war über ihn. Mit Kühlwasser ist nicht zu Spaßen und so tauchten schon nach kurzer Zeit die ersten Verbrennungserscheinungen auf. Wir versuchten alles so gründlich es ging zu reinigen und die Ruhe zu bewahren.

pannen-in-südamerika-auto-grenze

Let the games begin

Doch nun fing der Spaß erst richtig an. Wie sollten wir mit einem enormen Kühlwasserverlust und Luft in der Leitung zur chilenischen Grenze, geschweige denn nach San Pedro kommen?

Mein Vorschlag sich bis zur Grenze abschleppen zu lassen machte keinen Sinn, da lediglich 3 Autos in der Stunde vorbeikamen und die Wahrscheinlichkeit, dass uns eines davon 80 km bis zur Grenze (über weitere Serpentinen) abschleppen würde war ziemlich gering. Zudem war es fraglich, ob wir abgeschleppt über die Grenze kommen würden.

Also hieß es: sich selbst helfen, versuchen das Auto zu entlüften und Kühlwasser nachfüllen.

Höhentraining: 2 Tonnen auf 4000 m schieben

In unserem schlauen VW Buch „Jetzt helfe ich mir selbst“ (der Klassiker) stand, dass wir die Schnauze 40 cm aufbocken sollten, um das System zu entlüften. In Ermangelung eines Hebegeräts schoben wir den Bus ein paar hundert Meter weiter bis eine leichte Schräge kam. Zu leicht leider, weswegen dieser erste Versuch der Entlüftung fehlschlug.

Anschließend schoben wir den Van mit dem Hinterteil halb in einen Graben, ohne zu wissen wie wir da jemals wieder rauskommen sollten (mit 4WD wäre das vielleicht möglich gewesen). Tatsächlich schafften wir es so die Leitungen zu entlüften und das Kühlwasser nachzufüllen. Da wir es mit eigener Kraft nicht aus dem Graben schafften, mussten wir einige Zeit auf das nächste Auto warten, das vorbeikam und zum Glück auch anhielt.

Mit einem Ruck wurden wir aus dem Schlamassel gezogen und schafften es tatsächlich auf eigene Faust mit stabiler Temperaturanzeige und ohne weitere Vorkommnisse nach San Pedro de Atacama.

Und dann? Mein Freund lief eine Woche mit einem wuchtigen Verband am Kopf rum, um die Verbrennungen heilen zu lassen.

Wir kauften überteuertes neues Kühlwasser in Calama und verwundernswerterweise gibt es im hohen Norden Chiles so gut wie kein Kühlwasser für Temperaturen unter -3 Grad. Da die Mechaniker in San Pedro ebenfalls verwundernswerterweise keinen Plan von Kühlwasserwechseln haben, hat mein Freund es auf eigene Faust gemacht (mit ein klein bisschen Hilfe von mir). Ich bin schon ein bisschen stolz auf ihn!

Schuldfaktor: selbst dran Schuld (mit ein bisschen Schuld an denjenigen, der unser Kühlwasser so brutal verdünnt hat, weswegen es in den Leitungen gefroren und im Tank so krass verdampft ist)

Fazit: Öffne niemals den Kühlwassertank, nachdem der Motor heiß gelaufen ist!

pannen-in-südamerika-tatio-geysire

Tatio Geysire – Mit einem Rad am Abgrund

Die Tatio Geysire nördlich von San Pedro de Atacama in Chile sind ziemlich cool. Vor allem, wenn die Touristenbusse weg sind und man das Naturschauspiel für sich ganz alleine hat.

Etwas uncooler ist der Hügel kurz hinter dem Eingang zu den Geysiren, der ist nämlich ziemlich steil. Wir wollten uns schon wieder auf nach San Pedro machen, da kam uns eben dieser Hügel in die Quere.

Unser Bus schaffte es halb hoch, doch kam dann nicht weiter, weswegen wir zurückrollen mussten, um neuen Schwung zu holen. Dämlicherweise hatten wir übersehen, dass sich rechts der Fahrbahn plötzlich ein Abgrund auftat und so fuhren wir mit Schmackes hinein – halb zumindest.
In der Angst uns mit jeder Bewegung weiter in die Bredouille bringen zu können, kraxelte ich vorsichtig aus dem Wagen und beäugte zitternd die Ausmaße des Ganzen. Unser rechtes Hinterrad hing über einer 4 m tiefen Schlucht – keine Chance da glimpflich rauszukommen, wenn wir weiter absacken sollten. In eine ganz schön große Scheiße waren wir da geraten.

pannen-in-südamerika-abgrund

Meister im Abschleppen

Umso weniger konnte ich unser Glück fassen, dass tatsächlich in der Sekunde, in der ich wie festgefroren die Überlebenschancen unseres Vans überschlug, ein 4WD des Weges kam (wohl das einzige Auto im Umkreis von 100 km).

Mit zittrigen Händen öffnete ich den Kofferraum unseres Wagens und friemelte vorsichtig das Abschleppseil heraus. Eine Seite an den 4WD, die andere an unsere Schnauze und nun hieß es langsam, ganz langsam… Schwupp! Mit einem großen Ruck holte uns der chilenische Truck aus der brisanten Lage heraus. 100 Bedankungen später verließ uns unser Retter in der Not und wir bewältigten im zweiten Anlauf den fiesen Hügel.

Und dann? Sind wir mit einem ordentlichen Schrecken statt in heißen Quellen zu Baden direkt zurück nach San Pedro gefahren und mussten erstmal chillen.

Schuldfaktor: selbst dran Schuld, aber sowas von

Fazit: Habe immer den Weg fest im Blick, vor allem durch den Rückspiegel!

pannen-in-südamerika-abschleppen

Auf dem Weg nach Uyuni – Die Hände sind die besten Schaufeln

Wir haben die Lagunenroute mit Bravour gemeistert und waren endlich in Bolivien. Doch dann war da dieser Fluss. Er war nicht wie die anderen Flüsse, die noch ein bisschen vor sich hin plätscherten, sondern er war ganz ruhig. Und stille Wasser sind bekanntlich tief.

Also drehten wir um und suchten eine andere Route. Die andere Route führte dummerweise durch Sand und einmal zu wenig Schwung geholt, schon steckten wir drin, mitten in der Sch… Wüste.

Welcome to Bolivia

Ich lief zur nächsten Straße, oder dem, was am meisten einer Straße ähnelte und hielt einen Truck auf. Auf die Frage, ob er uns rausziehen oder anderweitig helfen könnte, antwortete er, dass in einer Stunde wiederkommen würde und 25 Dollar haben wollte. Ich war erst einmal baff, da weder in Argentinien noch in Chile jemals jemand Geld für die geleistete Hilfe verlangt hatte (und wir hatten sehr viel Hilfe in Anspruch nehmen müssen…). Deswegen schlug ich das Angebot dankend ab. Das müssten wir auch selbst hinbekommen.

Wer seinen Bus liebt, der schaufelt

Auf dem Rückweg zum Bus schnappte ich mir zwei große Steine, die ich hinter die Hinterräder des Wagens klemmte und fing gemeinsam mit meinem Freund an zu graben. Weg mit dem Sand – vor den Vorderrädern und vor den Hinterrädern. Wagen an, Vollgas, ein Meter weiter, Wagen aus, weiterschaufeln. Und noch einmal: Wagen an, Vollgas, zwei Meter weiter, Wagen aus, weiterschaufeln.

Eine Sisyphos Arbeit, die wir 12x wiederholten bis wir es endlich aus der verzwickten Lage geschafft hatten und auf sicherem Terrain waren.

Aber hej, wir haben es mit eigener Kraft geschafft! Nun konnte uns nichts mehr stoppen (dachten wir…) !

Und dann? Hatten wir sehr viel Sand in den Schuhen und fuhren im Abendgrauen über eine ziemlich hervorragende Erdstraße nach Uyuni.

Schuldfaktor: selbst dran Schuld

Fazit: Wir sind kein Synchro.

pannen-in-südamerika-potosi

Potosi – Absaufen im Feierabendverkehr

Die Straße von Uyuni nach Potosi in durchgängig asphaltiert und eine der schönsten Strecken, die ich auf der Reise bisher gesehen habe. Doch eine Sache trübte den Anblick: Unser Bus wollte nicht so richtig. Er kroch die Berge hinauf, von denen es leider so einige gab, und rauchte übelst.

Wir waren heilfroh als wir Potosi nach einer 4 stündigen Fahrt auf den Zahnfleisch endlich erreichten, doch hier sollte das Chaos erst beginnen. Wir hatten natürlich keine Ahnung, dass in Potosi San Francisco ähnliche Straßenverhältnisse herrschten und die Stadt eine komplette Hügellandschaft war.

In Potosi hält sich eh niemand an Verkehrsregeln…

Wir nahmen Vorfahrten und fuhren über rote Ampeln (natürlich vorsichtig), nur um bloß nicht am Berg anhalten zu müssen. Denn das würde das Aus bedeuten. Doch genau am letzten Berg vor dem Campingplatz musste es dann soweit kommen: Stau am Berg, wir mussten anhalten.

Und dann war es vorbei. Es bestand keine Chance vorwärts zu fahren, unser Motor hatte einfach keine Power mehr. Hinter uns stauten sich die Autos und es begann ein ohrenbetäubendes Hupkonzert. Ich hüpfte raus und versuchte irgendwie zu erklären, dass wir nicht mehr vorwärts konnten. Als die Autos hinter uns es endlich verstanden hatten, begannen sie glücklicherweise uns zu überholen.

Als die Luft nach hinten frei war, ließ sich mein Freund langsam den Berg runterrollen. Mit großen Schmerzen ließen wir den Motor ein letztes Mal aufheulen und nahmen eine andere, etwas weniger steile (soweit das in Potosi überhaupt möglich ist) Straße (natürlich inklusive einer weiteren roten Ampel…). Mit Ach und Krach und einem blaurauchenden Motor schafften wir es auf den Campingplatz.

Und dann? Verbrachten wir erst einmal 4 Tage in Potosi in der Schockstarre und überlegten wie wir weiter vorgehen sollten. Da es in Potosi keinen Mechaniker gab, der Plan hatte, ließen wir unser Auto schließlich von Potosi nach Sucre abschleppen. Ein ziemlich teures Unterfangen, was 12 Stunden gedauert hat, da der Abschleppwagen ebenfalls einen Motorschaden hatte… (das wäre nun Panne Nummer 5, aber hier sind wir schon im Juli.)

Schuldfaktor: hier ist jetzt die Frage, ob wir die Schuld unserem letzten Mechaniker in die Schuhe schieben, oder uns selbst, dass wir es in Potosi einfach drauf angelegt haben. Alles in allem: einfach dämlich.

Fazit: Unterschätze niemals das Höhenprofil bolivianischer Städte!

pannen-in-südamerika-auto-abschleppen

Juni…

Du hast mir und uns unheimlich zu schaffen gemacht. Sei doch das nächste Mal etwas netter!

So viel von meinen Pannen. Aber nun zu Dir!

Was war Deine pannenfreudigste Reise und welche Panne hat Dich richtig zum Verzweifeln gebracht?

Rein damit in die Kommentare! Geteiltes Leid ist halbes Leid und außerdem kann man rückblickend (endlich!) darüber lachen, egal wie schlimm es in dem Moment war!

Comments(19)

  • Sandra fuchsberger
    21. Juli 2015, 10:37  Antworten

    Iii nein ihr Armen. Das klingt nach ziemlich viel Ärger. Immerhin hattet ihr oft Glück im Unglück. Dass der Bolivianer 25 Dollar wollte ist ja wohl eine absolute Frechheit. Ich hoffe nicht alle Bolivianer sind so unhöflich.
    Mein Auto ist mir mal auf dem Weg zur Arbeit mitten auf einer Landstrasse stehen geblieben. Der Grund kein Benzin mehr. Ja aber das hätte man ja merken müssen, spätestens wenn die Anzeige beginnt zu leuchten? Ja stimmt, aber nur wenn das Lämpchen der Anzeige auch funktioniert….

    • Carina
      25. Juli 2015, 03:45

      Ohje! Manchmal geht echt alles schief, was schief gehen kann! Blödes Lämpchen ;)
      Dieser Herr bei mir war zum Glück die Ausnahme – im letzten Monat habe ich nun nur noch durchaus hilfsbereite und freundliche Bolivianer kennen gelernt :)

  • Jan
    21. Juli 2015, 12:40  Antworten

    Whoa. Da macht ihr was mit!
    Hatte auf Island auch Probleme mit meinem Kühler.. das war auch ein riesen Spaß, weil bei der Reparatur ein Teil kaputt gegangen ist, das man nicht nachbestellen konnte :D Mussten wir dann wieder zusammenschweißen lassen, dann war es erst nicht Flach durch die Verzerrungen durch die Hitze beim Schweißen und dem Abkühlen danach.. ein riesen Spaß!
    Aber zum Glück ist nichts in der Pampa passiert. Au mann, das wäre fies geworden.

    Passt auf euch auf, Leuts! So nen Hang muss man nicht im Auto runterfallen :(

    • Carina
      25. Juli 2015, 03:47

      Ahjeee, Jan! Ja, sei froh, dass Dir das nicht auf dem Hochland oder so passiert ist ;)
      Und jaaa, Du hast ja Recht… der Rückspiegel ist ab nun unser Freund ;)

  • 21. Juli 2015, 12:49  Antworten

    Oh weh, das sind ja echt viele Pannen…

    Wir waren im Mai auf Sardinien mit unserem T5 und einem befreundeten Pärchen, ebenfalls mit T5. Unsere Fahrt zum nächsten Stopp sollte eigentlich nur 45 Minuten dauern, aber der andere Bus hat plötzlich zum Rauchen angefangen und uns ist ein Italiener in den VW-Bus reingefahren. Zum Glück alles halb so wild und kein Personenschaden. Die 45-minütige Fahrt hat sich dann durch Polizeieinsatz usw. auf 3,5 h verlängert.

    Aber unseren VW-Bus würd ich nie wieder hergeben. ;)

    Liebe Grüße

    Melanie

    • Carina
      25. Juli 2015, 03:49

      Oh mein Gott! Was ein Glück, dass Euch nichts passiert ist! Bei so etwas bleibt einem wirklich kurz das Herz stehen, solch ein Schreck! Die unnötige Verlängerung ist natürlich blöd, aber hauptsache Ihr seid heil geblieben! Und konntet Ihr Euren T5 wieder reparieren?
      Liebe Grüße!

      • 27. Juli 2015, 07:45

        Hallo Carina,

        zum Glück war der Schaden nicht so groß, wir konnten weiterfahren. Die Sache mit der Versicherung ist eine andere, die wird sich sicher noch länger hinziehen. Aber Hauptsache uns ist nichts passiert.

        Wünsch euch noch eine gute Weiterfahrt und dass euer Bulli euch sicher überall hinbringt!!

        LG Melanie

  • 21. Juli 2015, 14:05  Antworten

    Nicht schlecht! Definitiv gut vorgelegt im Pannenquartett!

    Wir waren im Mai auf Korsika und hatten auf einer Serpentinenstraße einen Reifenplatzer. An sich kein Ding, nur doof wenn man ohne Ersatzreifen unterwegs ist. Dummerweise hatte man in diesen Höhen auch keinen Handyempfang. Wir mussten also ca.1 Stunde die Straße wieder runter laufen. Während mein Mann mit den gelben Engeln gesprochen hat, bekam ich eine SMS von seinen Eltern mit der Nachricht, dass seine Oma verstorben ist. Während der Gesichtsausdruck meines Mannes sich also langsam entspannte, liefen mir die Tränen über die Wangen.
    Eine Stunde nach dem Anruf beim ADAC und der traurigen Nachricht hatte sich die Stimmung entspannt und der Abschleppdienst kam. Uns begrüßte auf unverständlichstem Korsisch ein Südländer wie er im Buche steht. Da er seinen 1 1/2 jährigen Sohn mit dabei hatte (Sonntagsausflug auf korsisch), musste mein Mann hinten auf der Ladefläche in unserem T4 sitzen, während ich den Kleinen bespaßte. Nach einer halben Stunde Fahrt tat es plötzlich einen Rums – schon wieder… Ja, da standen wir also: ein Abschleppwagen mit einem Platten, auf der Ladefläche unser T4 mit Platten und wir 3 1/2 Menschen bei ca. 35 Grad auf der Landstraße.
    Nach mindestens 1.000 korischen Flüchen später kamen wir endlich in der „Werkstatt“ an. Dort bekam unser T4 einen neuen alten Reifen aufgezogen.Auch wenn dieser zwar nciht die richtige Größehatte, wir waren glücklich und konnten den Rest des Urlaubs auch mit einem zu kleinen Reifen genießen!

    • Carina
      25. Juli 2015, 03:55

      Uff. Das war tatsächlich ein ganz schön heftiger Tag für Euch. Ein Unglück kam in diesem Fall tatsächlich nicht allein. Es tut mir sehr Leid, dass Ihr in dieser Situation auch noch mit solch einer traurigen Nachricht konfrontiert wurdet. Mein aufrichtiges Beileid!

      Doch so schlimm der Tag war ist eins immer gewiss: ein neuer Tag kommt bestimmt und mit ihm kann man wieder mit frischem Blick (und manchmal auch einem Lächeln) auf das Vergangene zurückblicken. Ich bin froh, dass Ihr den Urlaub dennoch noch weiter genießen konntet! Ganz liebe Grüße aus La Paz!

  • Johanna
    21. Juli 2015, 16:31  Antworten

    Der Juli wird bei euch hoffentlich entspannter und euer Bus kann sich endlich mal von den ganzen Strapazen erholen!

    Bisher hatte ich pannentechnisch echt Glück im Urlaub. Das Schlimmste, was mir je passiert ist, war in einem Bus irgendwo in der französischen Pampa mitten in der Nacht. Bei voller Fahrt ist ein Reifen geplatzt und ein weiterer davon in Mittleidenschaft gezogen wurden. Mit etwas Glück haben wir es dann zu einer wirklich gruselig verlassenen Raststätte geschafft und dort stundenlang auf Hilfe gewartet. Das Ganze war besonders frustrierend, weil wir wirklich nur eine Stunde vor Lylle nicht vorwärts und nicht zurück kamen…

    Viele Grüße und noch eine wunderschöne Reise!
    Johanna

    • Carina
      25. Juli 2015, 03:57

      Bisher verläuft der Juli (fast) pannenfrei – der Bus erholt sich gerade in der Werkstatt des besten Mechanikers in Südamerika ;)

      Aye, da bin ich froh, dass Dir bisher noch nichts schlimmeres widerfahren ist! Warten ist ja zum Glück noch das kleinste Übel – auch wenn es gerade mitten in der Nacht ziemlich nervig ist ;)
      Toi, toi, toi, dass Du Deine Reisen weiterhin pannenfrei genießen kannst :)

  • 23. Juli 2015, 16:59  Antworten

    Ich wünsche euch, dass euch der Juli bis jetzt und auch noch die letzten Tage besser bekommt. :-)

    So Monate bzw. Zeiten gibt es immer wieder – wo alles schief geht. Das hatte ich auch mal eine zeitlang in Neuseeland. Da ist wirklich alles schief gelaufen. Aber auch diese Zeit ging vorbei und alles war wieder gut.

    Liebe Grüße
    Mel

    • Carina
      25. Juli 2015, 04:01

      Danke, liebe Mel!
      Und ja, ich denke (und hoffe) auch, dass diese Zeiten vergehen. Das Schöne ist, dass man rückblickend meist immer darüber lachen kann und zumindest ist es ein guter Stoff für Geschichten ;)
      Liebe Grüße zurück!

  • 26. Juli 2015, 20:18  Antworten

    das hört sich nach sehr viel ärger an!
    kopf hoch – es kommen wieder bessere zeiten ;)

    • Carina
      29. August 2015, 20:03

      na, ich hoffe doch :D

  • 1. August 2015, 22:21  Antworten

    Ach Carina, herrlich! Herrlich zu lesen, die Pannenserie natürlich weniger. Ich würds mich ja niemals trauen allein, aber zu zweit und mit viel Zeit kann euch ja eigentlich nix passieren. Wahnsinnig tolle Erlebnisse, die ihr da erlebt. Danke fürs teilen!

    • Carina
      29. August 2015, 20:49

      Lieben Dank für den Kommentar, Heike! Ja, zu zweit ist das alles etwas weniger gruselig und eher aushaltbar. Mit meinen Mechaniker-Künsten käme ich aber auch nicht weit ;)

  • 2. August 2015, 15:44  Antworten

    Lagunen-Route, Flussdurchfahrten, gefrorene Wassertanks, Schieben auf x-Tausend Metern, Schaufeln, mit dem Traktor aus dem Schlamm ziehen lassen und der Feierabendverkehr von Potosí – das kommt mir sehr bekannt vor. Wir haben die Route kürzlich mit unseren T2 versucht und auch irgendwie geschafft. Zum Glück konnte bei unserem luftgekühlten Motor nichts einfrieren. Aber es war ein grandioses Abenteuer!
    Wir sind derzeit mit unserem Bus in Ecuador. Man sieht sich auf der Straße ;)

    • Carina
      29. August 2015, 20:59

      Uff, mit dem Kleinen war das sicherlich eine auch mehr als abenteuerliche Partie! Ecuador! Mal schauen, ob wir Euch noch einholen ;) Alles Gute!

Was ist Deine Meinung?

LIKE und bleib immer auf dem Laufenden!schliessen
oeffnen