Vielfalt fernab der üblichen Verdächtigen: Ein Streifzug durch Hannover

| In Zusammenarbeit mit Hannover Tourismus * unbezahlt |

 

Wie gebannt folge ich dem roten Strich auf dem Boden. Einen Schritt vor den nächsten, ein kleiner Ausweicher um die mir entgegenschlendernden Menschen, ein Blick hinunter in die App und hinauf zur nächsten Sehenswürdigkeit, die sich vor mir auffädelt.

Wovon ich spreche und was ich hier treibe? Ich laufe auf dem Roten Faden in Hannover – einer roten Linie, die am Hauptbahnhof beginnt und einmal komplett durch die ganze Innenstadt führt.

Dabei passiert sie alle wichtigen Gebäude und Orte, die die vergangene und aktuelle Stadtgeschichte prägen. Die passende App dazu (0,99 € im App-Store) erklärt die einzelnen Stationen ausführlich und lässt mich Hannover, eine Stadt, mit der ich mich vorher nie genauer auseinander gesetzt hatte, sehr viel besser verstehen.

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https://www.youtube.com/watch?v=oBHVnrcJ26w

 

EINE INNENSICHT UND EINE AUSSICHT

 

Ein Ort, an dem ich auf dem Roten Faden lange verweile, ist die Aegidienkirche. Sie scheint eine Hülle ihrer alten Selbst zu sein, stehen seit den Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg doch nur noch ihre Grundmauern und der alte Kirchturm. Dennoch wohnen den Efeu bewuchterten Gemäuern solch eine Kraft inne, dass ich nicht anders kann als die Augen zu schließen und diese  Anmut in aller Stille aufzunehmen.

Auch oben auf der Spitze des Neuen Rathauses finde ich in windiger Höhe einen Moment der Ruhe und den wohl atemberaubendsten Blick über die Stadt (Kuppelauffahrt: 3,50 €). Wie grün Hannover doch ist, denke ich mir und freue mich vor allem auch über das große Gewässer mitten in der Stadt: den Maschsee.

 

EINE ERINNERUNG AM MASCHSEE

 

Dort, an den Uferpromenaden des gewaltigen Sees, findet jährlich im Sommer das Maschseefest statt. Drei Wochen lang geht es rund um den See hoch her mit allerlei musikalischen wie tänzerischen Darbietungen und einer schier endlosen Auswahl kulinarischer Köstlichkeiten.

Ich bin genau in diesen Tagen in Hannover unterwegs und die Festivitäten am Maschsee erinnern mich sehr an wundervolle Johannisfest-Sommerabende in meiner Jugend in Mainz, die das Rheinufer jährlich zum leuchten brachten und auch immer noch bringen. Ebenso gemütlich sitzt man hier direkt am Maschsee-Ufer zusammen auf Holzbänken, über einem erleuchten Lichterketten und Lampions die dichten Baumkronen und ein lauer Wind besänftigt die sommerliche Abendwärme.

Jeder Winkel des Ufers hat etwas anderes zu bieten – so findet sich am Nordufer freudiges, trubeliges Treiben, das östliche Ufer birgt irischen Charme, südöstlich gibt es ein Kinder-Paradies, der Westen glänzt mit sensationellen Live-Performances und im Nordwesten kann man etliche Küchen verköstigen. Hier lohnt es sich definitiv eine große Runde um den See zu drehen!

 

AUF STREIFZÜGEN DURCH DIE VIERTEL

 

Das Herz Hannovers erkundet, begebe ich mich auf mehrere kleine Streifzüge durch die Viertel. So überraschen mich in der Oststadt die wundersamsten Second Hand und Kuiositäten-Läden, in denen man nach Herzenslaune mehrere Stunden stöbern und wohl alles finden kann, was man braucht oder auch nicht… Mir kamen diese verwinkelten, verwunschenen Läden wie gerufen für meine Burning Man Vorbereitung!

OSTSTADT | Second Hand und Kuriositäten bei: Kaufhaus König, Kaiser Schnitt Second Hand & Dithmars

Die Vielfalt der Nordstadt hat mich ebenfalls in ihren Bann gezogen: neben hippen Cafés wie dem 24 Grad Café und liebevoll eingerichteten Eateries wie lieb.es, haben traditionelle Konditoreien und Baklava-Feinkostläden gleichermaßen ihre Berechtigung auf dem Engelbosteler Damm. Ein Abstecher in den legendären Kiosk von Onkel Olli um die Ecke darf natürlich nicht fehlen!

NORDSTADT | 24 Grad Café, lieb.es, Onkel Ollis Kiosk

In der Nordstadt sind mir bereits die vielen Graffitis aufgefallen und die Kirschen, die man mal versteckt, mal sehr präsent platziert hängen sieht. Um genau diese Kirschen ranken allerlei Legenden, da niemand so richtig weiß, wer der Initiator der Hannoveranischen Kirschen-Street-Art-Bewegung ist.

Es scheint als haben sich die Kirschen über die Jahre verselbstständigt, so ist mittlerweile die gesamte Stadt mit Kirschen „überwuchert“, was Street-Art-Fans wie mich natürlich zum freudigen Suchen einlädt.

Insbesondere in Linden und Linden-Nord kommen Street-Art-Fans voll auf ihre Kosten, denn hier scheint jeder freie Fleck in Beschlag genommen zu werden. Seit ein paar Jahren ist im ehemaligen Arbeiterviertel die Kreativszene stark am Kommen, was sich auch in den vielen kleinen Cafés und Lädchen auf der Limmerstraße widerspiegelt.

Hier wird im Sommer gut und gerne „gelimmert“, was so viel bedeutet wie sich mit einem Bier von den zahlreichen Kiosks eindecken und die Straße entlang flanieren. Sehr zu empfehlen sind auch die Veranstaltungen im Kulturzentrum Faust z.B. der Flohmarkt!

LINDEN / LINDEN-NORD | Kiosk-Hopping auf der Limmerstraße, Kulturzentrum Faust

So wenig ich im Vorfeld über Hannover wusste, so sehr haben mich die Stadt und vor allem ihre Viertel an nur einem Wochenende in ihren Bann ziehen können! Falls Du also mal Lust auf einen Städtetrip mit einer Menge Vielfalt hast und nicht unbedingt auf die üblichen Verdächtigen (Berlin, Hamburg, Köln oder München…) zurückgreifen möchtest, dann kann ich Dir Hannover nur wärmstens empfehlen!

Mehr Hannover Insider-Tipps (vor allem zu den einzelnen Stadtvierteln) findest Du bei Line & Sebastian auf dem Blog.

DISCLAIMER | Danke an Hannover Tourismus und das Crowne Plaza Schweizerhof für die Einladung! Meine Eindrücke und Empfehlungen sind wie immer unabhängig von der Einladung.

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