Nice to meet you, Dublin! Oder: Dinge, die ich in Deutschland nicht tun würde

dublin-not to worry-city
Ich mag Großstädte. Ich mag die Vielfalt, den Trubel und das geordnete Chaos. Dublin ist für mich eine kleine Großstadt. Alles ist so flach und nah und nett. Warum genau Dublin für mich jedoch dieses Mal der absolute Ausnahmezustand war, kann ich Dir nicht wirklich erklären. Aber zumindest kann ich Dir sagen, was es zu einem Ausnahmezustand gemacht hat und was ich dort getan habe, was ich in Deutschland eher nicht tun würde. Lesen und Nachahmen auf eigene Gefahr.

DB-Bikes benutzen

In Deutschland würde ich die DB-Bikes niemals nutzen. Ich finde die Registrierung mühselig und außerdem muss man direkt ein blödes Abonnement abschließen. Ganz im Gegensatz zu den D(ublin)-B(ikes) in der irischen Hauptstadt. An jeder Ecke findet man eine Station mit Terminal, an dem man sich innerhalb von 2 Minuten registrieren kann. Ich habe den 3-Tages-Pass für 2 Euro gekauft und durfte netterweise sogar 4 Tage damit die Stadt unsicher machen.
Unsicher ist das richtige Wort, nicht, weil mir links fahren nicht liegt, sondern weil es ein paar wirre ungeschriebene Gesetze gibt. Wenn man ein wenig aufpasst, passiert einem aber auch nichts, da die Autofahrer selbst bremsen (und nicht hupen!), wenn Du Dir Deinen Weg durch Dublins Straßengeflecht völlig verkehrswidrig  (natürlich unbewusst!) bahnst.

Das Tolle ist: Die erste halbe Stunde ist frei! Das heißt man fährt eine halbe Stunde, stellt das Rad ab, wandert zur nächsten Station (die Station, an der Du das Rad abgegeben hast ist dann erst mal eine Weile geblockt) und schmeißt Dich in den nächsten Sattel!
Mit dem Rad ist man in Dublin übrigens viel schneller als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, da anscheinend immer Stau herrscht.

In Einrichtungsläden gehen

Ich liebe Einrichtungsläden und versuche sie deswegen zu meiden. Ich könnte sehr sehr sehr viel Geld für Teekannen, Vasen, Küchenutensilien und andere praktische und unpraktische Dinge ausgeben, aber ich tue es nicht, weil ich mir eigentlich nicht so viel aus materiellen Dingen mache. Dummerweise stieß ich in Dublin auf den Avoca Laden, in den ich mich auf der Stelle Hals über Kopf verliebte.

Ich habe es kaum ausgehalten, mit so viel Liebe zum Detail wurde dieser Laden eingerichtet und so viel gab es zu entdecken. Es hat mich schier wahnsinnig gemacht, dass ich zu dem Zeitpunkt kein kleinstes bisschen mehr Platz in meinem Handgepäck frei hatte. Nicht für die coolste Trinkflasche, die ich je gesehen hatte, nicht für das Irish Matcha Porridge und auch nicht für die gewieften Camping-Gimmicks.

Ich muss wieder kommen. Nein, ich werde wieder kommen!

dublin bikes  dublin avoca shop

Taxi fahren

Hat indirekt etwas mit dem nächsten Punkt zu tun, ist deswegen vielleicht auch etwas was ich sonst nie mache: Taxi fahren. Zu teuer und zu überflüssig, zumindest für mich in deutschen Gefilden.
Ich kann nicht sagen, ob das Taxi fahren in Dublin nun sehr viel günstiger ist als hier oder nicht. Auf meinen Reisen verschiebt sich meine Relation zu Geld immer ziemlich und dann sind 4 Euro für Kekse auf einmal völlig normal. Oder eben 15 Euro fürs Taxi.

Definitiver Plus-Punkt für das Taxi: Ist nachts wohl die schnellste Fortbewegungsmöglichkeit, da bedeutend weniger Verkehr herrscht und die Dublin Bikes leider um halb 1 Uhr nachts dicht machen.

Mich betrinken

Ja, ich war betrunken. Ungewollt, aber es ist geschehen. Wer hätte es gedacht, in einer Stadt, in der man horrende Summen für Alkohol zahlt. Und es war fürchterlich. Mach das nicht nach.

Guinness war übrigens nicht Schuld, das kannst Du gerne trinken.

 ∼

Bist Du eher der routinierte Reisende? Welche Situationen oder Begebenheiten versetzen Dich in einen Ausnahmezustand?
Und bedeutet „Taxi fahren“ überhaupt schon Ausnahmezustand?

dublin backstreets

 ∼

Dinge, die andere in Dublin gemacht haben und ich auch gerne gemacht hätte oder gemacht habe, aber wohl in Deutschland nicht machen würde:

Alleine in der Pampa über Heide und Felsen irren und mich dabei filmen

 

Eine alternative, ziemlich coole Stadterkundung
via black dots white spots

Auf eine Travel Blogger Konferenz gehen
via The Traveling Dutchman

U2 in Dublin suchen
via Kleine Weltreise

Mir Zeit nehmen für eine ausgiebige Shopping- und Sightseeing-Tour
via Morgenmuffelin

 ∼

Comments(5)

  • 22. Oktober 2013, 11:17  Antworten

    Haha, eine schöne Idee! :-) Alles außer DB Bikes hab ich übrigens auch getan in Dublin – und Taxifahren ist wirklich verhältnismäßig günstig dort! (Viel mehr als hier in Stuttgart, der teuersten Taxistadt Deutschlands oder so…) Den Laden Avoca hab ich leider verpasst – der wird bei meinem nächsten Besuch abgecheckt, Danke für den Tipp! :-)

    • Carina
      22. Oktober 2013, 22:21

      Okay, dann hatte ich es einigermaßen richtig in Erinnerung, dass die Taxis nicht so arg teuer waren! Und gut zu wissen, dass Stuttgart teuer zum Taxifahren ist – ich werde es also auch in zukunft nicht drauf anlegen ;)
      Avoca gibt es auch online, schau mal nach – wobei der Laden an sich schon echt eine Erfahrung wert ist, ein wahr gewordener Mädchentraum!

  • allaboutnext
    22. Oktober 2013, 13:45  Antworten

    schöner artikel! finde ich einen tollen aufhänger, der mal wieder beweist, dass reisen inspiriert und dass man immer etwas mit nachhause nimmt, auch wenn es nur eine umgewöhnung oder neue gewohnheit ist :)

  • 23. Oktober 2013, 11:35  Antworten

    Nach Oslo kann ich sagen: Trinken in Dublin ist gar nicht so teuer. :D Wir hatten sogar einen Laden entdeckt, in dem ein Pitcher Ale oder Cider nur 10 Euro kostete, was bei einem kleineren Grüppchen schon gut geht.

    Das mit den Bikes ist aber ziemlich gut, sicher deutlich entspannter als Bahn und Co. Wobei wir, glaube ich, eh immer nur gelaufen sind. Viel. Durch den Regen. Toll war’s. :)

    • Carina
      30. Oktober 2013, 13:20

      Oha, ja Norwegen ist noch mal ne ganz andere Nummer, da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht! Was verwunderlich ist – irgendwie muss man sich bei den so langen und kalten Wintern doch warm halten… :)
      Laufen und Biken sind auch meine Favoriten! Im Regen auch lieber laufen als biken ;)

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