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Nice to meet you, Berlin – Eine Anleitung zum Berlin mögen

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Ich mochte Berlin nie sonderlich. Es war immer zu laut, zu voll, zu hektisch und zu groß. Ich habe den Trubel um die und in der Stadt nicht verstanden – was sollte das Besondere an Berlin sein?
Es war nicht so hübsch und bei Weitem nicht so entspannt wie Hamburg oder München und doch schien es alle Leute in meiner Umgebung auf unerklärliche Weise anzuziehen und in ihrem Bann gefangen zu halten. 

Nach meinem letzten Aufenthalt in Berlin habe ich zum ersten Mal den Hype um die Stadt verstanden. Heute decke ich auf, was ich dieses mal anders gemacht habe und rechne ab in einer Anleitung zum Berlin mögen.

Wichtigstes zuerst: Die Unterkunft

Einen Teil, den ich bei meinen vergangenen Besuchen zumindest ansatzweise richtig gemacht habe: bei Freunden oder in privaten Apartments und nicht im Hotel oder Hostel übernachten.

Die klaren Vorteile von Apartments, wie dem, in dem ich mit GowithOh in Berlin untergekommen bin sind folgende:

  • Man fühlt sich direkt wohl, weil man seine eigenen vier Wände hat, die im besten Fall auch noch unglaublich hübsch eingerichtet sind (so wie alle GowithOh Wohnungen, in denen ich bisher gewohnt habe).
  • Es ist oft günstiger als ein Hotel, besonders, wenn man mit mehreren Freunden unterwegs ist.
  • Man spart unter Umständen auch Geld fürs Essen gehen, da man eine ausgestattete Küche hat, in der man kochen kann.
  • Die Stadt lässt sich aus einer völlig anderen Perspektive erleben, da Du (wenn auch nur für kurze Zeit) wie ein Bewohner Berlins lebst. Zusammen mit den Einheimischen tätigst Du Deine Einkäufe an dem Supermarkt um die Ecke, setzt Dich in eines der nahe gelegenen Cafés oder in einen Park und begrüßt beim dritten nächtlichen Bier oder Club Mate Nachschub kaufen den ansässigen Späti Besitzer so herzlich wie jeder andere Anwohner auch.

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Entscheidender Faktor hierbei: der

Standort

Ums Bahn fahren kommt man in Berlin meist nicht drum herum, aber man kann sich eine ganze Menge Nerven und Zeit sparen, wenn man eine Wohnung an einem in Punkto Nahverkehr strategisch günstigem Standort wählt. Das sind beispielsweise Apartments nahe der Ringbahn oder an großen Verkehrsknotenpunkten. Und wenn sie dann noch zufälligerweise in einem netten Stadtteil wie Prenzlauer Berg oder auch Mitte liegt, umso angenehmer.

Zeitvertreib

Klar, wenn man Berlin zum ersten Mal besucht sollte man die großen Sehenswürdigkeiten auf keinen Fall auslassen. Aber gerade diese Orte sind natürlich immer sehr gut besucht (bis unerträglich überfüllt) und Berlin fühlt sich unglaublich riesig an, wenn man im Zuge der Sightseeing-Tour einmal quer durch die Stadt von A nach B tingelt. Kein Wunder also, dass mir die Stadt so anstrengend und groß vorkam.

Die generelle Frage ist natürlich, ob man bei seinem ersten Besuch in Berlin wirklich alles sehen muss, oder ob man der Stadt doch lieber mehr Zeit lässt – Wieder kommen wird man eh (selbst ich war bisher bestimmt sechs mal in Berlin, und das, obwohl ich die Stadt bisher nicht mochte).

Du willst noch ein bisschen mehr von Berlin sehen und bist bereit es zu mögen?

Versuchs damit:

  • Hab einen besonderen Anlass!

Ob Messe, Konzert oder Business, hab ein Event um das Du Deine weiteren Aktivitäten drum herum baust. Im besten Falle natürlich etwas angenehmes wie ein Konzert oder eine tolle Ausstellung, was direkt eine positive Verbindung zu der Stadt aufbaut.

Bei meinem letzten Besuch war ich ursprünglich nur für eine Messe in Berlin. Dass zufälligerweise eine meiner Lieblingsbands am gleichen Wochenende in der Stadt war hat das  Ganze natürlich noch getoppt!

Als Haupt- und Großstadt kannst Du davon ausgehen, dass Du mit Sicherheit mindestens eine spannende Veranstaltung in Berlin finden wirst, während Du da bist – probiers aus!

  • Triff Dich mit Freunden oder ehemaligen Studienkollegen, die in Berlin wohnen!

Lass Dir ihre Lieblingsorte zeigen, an die sich kaum Touristen wagen, weil sie auf den ersten Blick vielleicht nicht spannend oder cool genug sind und entdecke den Charme im Alltäglichen. Zum Beispiel Grillen. So weit, so gut, das kann man auch zu Hause machen, stimmt. Aber wie wäre es mit Grillen auf dem Gelände des alten Flughafen Tempelhofs?

  • Lauf ne Runde!

Beim Laufen kann man die tollsten Dinge an einer Stadt entdecken, die man normalerweise nicht sieht, weil man A) nicht dran vorbei kommt oder B) andere Dinge wichtiger oder aufregender erscheinen. Es muss ja gar nicht weit sein – 2-5 Kilometer genügen schon, um zu entspannen und sich einen guten Eindruck von dem alltäglichen Treiben der Stadt zu verschaffen. Also Laufschuhe eingepackt und los gehts!

  • Lust auf Shopping? Ja, aber bitte individuell!

Klar, kannst Du auf dem Kurfürsten Damm flanieren und dort bei den gängigen schwedischen oder spanischen Mode-Imperien einkaufen. Aber Hand aufs Herz: Gibt es in Berlin wirklich andere Kollektionen als in der nächst größeren Filiale bei Dir zu Hause um die Ecke?

Berlin hat unzählige kleine, individuelle Einzelhändler für Mode, Second Hand und allerlei KrimsKrams, die es zu entdecken und zu erforschen gilt – Warum also nicht sich auf eine spannende Stöber-Tour durch die einzelnen Berliner Viertel begeben?

  • Nimm Dir nicht zu viel vor!

Lass Dir nicht einreden, dass Du dies oder jenes unbedingt gesehen oder getan haben musst, wenn Du Berlin einen Besuch abstattest. Reise in Deinem eigenen Tempo und mach auch nur das, worauf Du wirklich Lust hast. Wenn Du also lieber ein Eis am Spree-Ufer essen möchtest statt Dir das Brandenburger Tor anzuschauen– Mach es! Die Sehenswürdigkeiten laufen nicht weg – der perfekte Moment für ein Eis bei strahlend blauem Himmel schon eher!

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Jahreszeit

Städte sind in der Regel einfach schöner bei gutem Wetter. Das muss nicht unbedingt der Hochsommer sein, da auch ein eiskalter Wintertag bei Sonnenschein der perfekte Tag für einen Städtetrip sein kann, jedoch ist das Wetter im Sommer potentiell netter als im Winter oder Herbst, weshalb ich Dir Berlin in den warmen Monaten wärmstens empfehlen möchte.

Alles fällt etwas leichter und unbeschwerter. Man geht gerne raus, setzt sich in die Außenbereiche der Cafés oder direkt in den Park aufs grüne Gras. Radfahren wird zu einer plausiblen Fortbewegungs-Alternative, zum Beispiel um ins nächste Freibad zu gelangen oder eben zum Grillen mit Freunden.

Bonus: Wer bei der Wahl des Apartments auf eine Dachterasse (mit Grill und Blick über Berlin) achtet, den erwarten stimmungsvolle, laue Sommerabende über den Dächern der Stadt!

Zusammengefasst kann man sagen

  • Such Dir ne coole Unterkunft, in der Du Dich wohl fühlst und in der Du auch mal eine Runde entspannen kannst, wenn Dir Berlin zu viel wird.
  •  Mach das, worauf Du Bock hast und nicht das, was man in Berlin „gemacht haben muss“! Triff Freunde, setz Dich in den Park oder mach Sport. Eben das, was Du zu Hause vermutlich auch machen würdest, nur eben auf berlinerisch.
  • Such Dir eine schöne Jahreszeit zum Besuch aus! In sonnigen Monaten lässt sich mehr machen, da man plötzlich ohne Einschränkungen Grillen, Rad fahren, im Park hocken und sonstige Draußen-Aktivitäten machen kann. Außerdem hat man gefühlt mehr Zeit, weil es später dunkel wird.

Ich habe auf diese Weise meinen Seelenfrieden mit Berlin geschlossen und kann vollkommen unbeschwert und vorbehaltlos sagen:

Nice to meet you, Berlin!

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Gefällt Dir Berlin? Und hattest Du vielleicht die selben Startschwierigkeiten wie ich?

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Zum Abschluss noch ein Video, das ganz gut beschreibt, wie sich Berlin anfühlt:

Vielen Dank an GowithOh für die Einladung in ihr fantastisches Apartment in Berlin! Alle Meinungen, Empfehlungen und schlechten Scherze sind meine eigenen.

7 Kommentare

  1. Sara sagt

    Du schreibst mir gerade von der Seele. Keine Startschwierigkeiten, sondern genau so erlebt, wie du empfiehlst: Letzte Woche war ich für vier Tage in Berlin. Besuch bei einem Freund aus meiner Heimat in einer WG im Prenzlauer Berg. Individuelles Sightseeing, (Inklusive Sonnenbaden auf dem Tempelhofgelände), Kultur, Essen und nun wieder in der harten Realität meines Alltags zurück. Urlaubskater ;) lässt Grüssen!

    • Carina sagt

      Das hört sich klasse an! Freut mich, dass Du Berlin nun auch so und vor allem sonnig für Dich entdecken konntest! So kehrt man gerne in die Stadt zurück :)

  2. Dem kann ich als Berliner nur hinzufuegen:
    Geh mal in eine ranzige berliner Eckkneipe.
    Besuch mal das berliner Umland.
    Mach eine Fahrradtour in Berlin.

    • Carina sagt

      Da hatte ich gehofft, dass die Berliner Bekannten einen mitschleifen ;) Aber super Tipps! In die ranzige Eckkneipe werde ich mich beim nächsten Mal dann vielleicht rein trauen…

  3. Hallo Carina,
    cooler Artikel! Obwohl ich schon immer irgendwie in Berlin verliebt war, kann ich deine Schwierigkeiten durchaus nachvollziehen.
    Ich finde, der beste Weg eine Stadt zu erkunden, ist so viel wie möglich zu Fuß zu erledigen. Da bekommt man ein gutes Gefühl für die Stadt und lernt auch sich zu orientieren. Und die klassischen Sehenswürdigkeiten finde ich eh nicht so wichtig wie die allgemeine Stimmung, entspannte Orte im Park usw.

  4. Huhu :)
    Schöner Eintrag, aber so ganz zustimmen kann ich dir nicht, das liegt aber vermutlich vorallem daran, dass ich mich vom ersten Moment an, in Berlin verliebt habe. Keiner anderen Stadt kann ich bisher den Trubel und die Action verzeihen.

    Ich hab mir Berlin das erste Mal in einer furchbar eisigen Januarwoche angeguckt und es war wirklich anstrengend :D

    Und die ranzige Kneipe, oh die kann ich empfehlen :)

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